Gestern und heute
Die drei Opern auf Libretti von Lorenzo da Ponte bilden einen eigenen Kosmos im Werk Mozarts. Deshalb haben Jossi Wieler und Sergio Morabito mit dem Dirigenten Ingo Metzmacher am Pult sie 2006 in Amsterdam an drei aufeinander folgenden Tagen als Zyklus herausgebracht (siehe OW 1/2007). Opus Arte hat die drei Stücke nun in einer preiswerten Box veröffentlicht.
«Così fan tutte» spielt unter jungen Menschen, in einem Schullandheim der fünfziger Jahre; die Demontage des «Don Giovanni»-Mythos nimmt auf einem riesigen Bettenfriedhof ihren Lauf, zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts; der «Figaro» schließlich ist in einem italienischen Auto-Showroom der Jetztzeit angesiedelt (Bühnenbild: Barbara Ehnes).
Ein großer musikalisch-szenischer Wurf gelang mit «Così». Die Schauplätze auf der Drehbühne – Etagenbettzimmer, Aufenthaltsraum mit Kamin und ein nüchterner Speisesaal – eignen sich bestens als Folie für das nuancenreiche, witzige, tiefsinnige Spiel und Singen der Akteure. Auch die Idee, statt eines Cembalisten für die Rezitative einen Gitarristen auf die Bühne zu setzen, leuchtet ein – was wäre eine Klassenfahrt ohne Klampfe!
Bei «Le nozze di Figaro» schlägt das Regie-Duo gleichfalls ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Italienische Oper wird in London schon seit 1705 gegeben. Bis heute bildet sie den größten Posten auf den Spielplänen der britischen Hauptstadt. Freilich bietet der Fundus italienischer Barock- und Belcanto-Opern eine solche Fülle interessanter Werke, dass man immer wieder auf Stücke stößt, die noch nie oder seit Ewigkeiten nicht mehr zu erleben waren. So...
Der Grund, warum die estnische Komponistin Mari Vihmand die auf Deutsch geschriebene Novelle «Die Mathematik der Nina Gluckstein» als Vorlage für eine Oper gewählt hat, ist vermutlich der gleiche, aus welchem dieses kleine Buch in den achtziger Jahren zu einem internationalen Bestseller wurde: Die deutsch-argentinische Schriftstellerin Esther Vilar hat in ihrer...
Wenn der Franzose «baroque» sagt, kann er das auch abschätzig meinen. Bedeutet das Wort im Grunde doch «wunderlich, übertrieben», gar «geschmacklos». Dem gegenwärtigen Direktor der Wiener Staatsoper vorzuwerfen, er orientiere sich daran, wäre freilich nicht richtig. Ioan Holender bezeichnet das Haus am Ring schlicht als atmosphärisch nicht besonders geeignet für...
