Gefährdetes Trio
Die Türen sind verschlossen, der ganze Bau mit seiner wuchtigen Waschbetonfassade scheint in einen Dornröschenschlaf gesunken zu sein. Wer dieser Tage vor Berlins Deutscher Oper steht, könnte glauben, die Politik habe bereits kurzen Prozess mit dem zweitgrößten Opernhaus der Republik gemacht und es ebenso abgewickelt wie das nur einen Katzensprung entfernte Schiller-Theater. Tatsächlich ist das Haus nur vorübergehend geschlossen – für die Grundsanierung der Bühnentechnik mussten diese und die kommende Saison um jeweils zwei Monate verkürzt werden.
Und doch könnte es durchaus sein, dass es künftig öfter so einsam an der Deutschen Oper sein wird. Denn spätestens seit Berlins Kultursenator Thomas Flierl und der Generaldirektor der Berliner Opernstiftung, Michael Schindhelm, Anfang April bekannt gaben, dass die bis 2009 auf 99 Millionen Euro sinkenden Zuschüsse nicht reichen werden, um den Betrieb der drei Opernhäuser und des mit ihnen verbundenen Staatsballetts zu finanzieren, ist klar, dass der Berliner Opernlandschaft eine weitere einschneidende Veränderung bevorsteht. Stück für Stück hat sich im Verlauf des letzten Jahres gezeigt, dass die Stiftung von Anfang an keine reelle ...
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Die Alarmzeichen stehen auf Rot. New York steckt in einer ernsten Opernkrise, und das nicht erst seit gestern. Die Metropolitan Opera, mit 3995 Plätzen eines der größten Häuser der Welt, setzt zu wenige Karten ab, viel zu wenige. Bis vor etwa fünf Jahren konnte man davon ausgehen, dass das Haus jeden Abend ausverkauft war, dafür sorgten allein schon der Mythos Met,...
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Eine Oper ohne Szene ist wie eine Hochzeit ohne Braut. Was man sonst aus Italien oder Paris kennt, feierte in Deutschland seine Premiere: der streikbedingte Ausfall einer Uraufführung. Die Uneinsichtigkeit der Dienstleistungsgesellschaft Verdi, die mit dem Komponisten gleichen Namens nur die Dickköpfigkeit verbindet, hat dazu geführt, dass die Uraufführung von...
