Der lange Weg zum Selbst
Frau Dasch, welche Bedeutung hatten die Eltern für Ihre Liebe zur Musik?
Für meine Eltern war Musik zentral. Sie hatten sich übers Singen kennengelernt, spielten Instrumente und lebten uns vor, dass gemeinsames Musizieren, egal auf welchem Niveau, Spaß macht. Von Familienfesten bis zu Weihnachtsgottesdiensten – es wurde keine Gelegenheit ausgelassen, ein Programm zusammenzuschustern, bei dem alle irgendwie mittönen konnten. Nicht zu vergessen die legendären Autofahrten mit dem Familienbus von und nach Berlin, Transitstrecke sage ich da nur.
Der Warterei am Übergang Dreilinden verdanken wir unser Kanon-Repertoire.
Sie haben einmal gesagt, Sie hätten mehrere Stimmbrüche durchlebt?
Sagen wir vielleicht besser Stimmwechsel. Im Schulchor habe ich ausprobiert, wie das mit dem Vibrato funktioniert, wie eine Musical-Stimme klingt, wie man die Königin der Nacht singen könnte. Aber das war Spiel, war Spaß, obwohl ich immer im Chor die Soli sang. Die Klarinette, das war mein Instrument, dafür habe ich richtig geübt. Ich träume manchmal schlecht, weil ich bis heute das Gefühl habe, mein eigentliches Instrument verraten zu haben. Ich spielte sehr viel Kammermusik und Schülerorchester, ...
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Mal wandert ein Lichtstreif von links nach rechts; mal treibt ein schwarzer Strich die Figuren auf der hellen Bühne vor sich her; mal trennt er die, die zusammen wollen. Das Licht ist an diesem Abend eine eigenständige dramatis persona. Die Menschen bewegen sich im Tempo der Musik, also in slow motion, sind in ihren Gängen und Gesten strikt aufeinander bezogen....
Das gibt es auch nicht alle Tage. Eine junge Regisseurin wirft zwei Tage vor der Premiere hin und reist ab, weil man sie um ein paar kleine szenische Änderungen bittet. So geschehen im Next Liberty, einer Nebenspielstätte der Grazer Oper. Dort versuchten sich vier Nachwuchskomponisten aus den Klassen etwa von Beat Furrer oder Georg Friedrich Haas an Kurzformen...
Dieser 28. Dezember 1959 ging durch die Weltpresse: Birgit Nilsson verbrauchte als Isolde an der Met drei Tristane, in jedem Akt einen. Dass dahinter wohl eher ein geplanter Coup des in Sachen Public Relations erfahrenen Rudolf Bing stand als eine zwingende Notwendigkeit, enthüllte Karl Liebl, der damals den Tenorhelden des Mittelaktes gesungen hatte, später in...
