Keine Lust zu sterben
Spartanische Holzpaletten, ein verendeter Schwan mit ölverklebtem Gefieder. Videoprojektionsflächen, darauf als blau-weißes Aquarell der Himmel über dem Meer, wie Emil Nolde ihn gemalt haben könnte. Ein Scheinwerfer lässt warnend seinen Strahl durch den Saal kreisen und weist sich so als Leuchtturm aus. Damit ist die Hafenatmosphäre hinreichend skizziert, es kann losgehen mit Wagners «Fliegendem Holländer», arrangiert für drei Klaviere und Live-Elektronik – eine der drei Produktionen der Stockholmer Volksoper in dieser Saison.
Drei muntere Burschen in Filzhüten, namentlich Henrik Löwenmark, Johan Ullén und Bo Wannefors, kommen hereingesprungen und nehmen die Flügel in Beschlag, für die die U-förmige Bühne Platz gelassen hat. Setzen sich, greifen in die Tasten – und spielen die Partitur von vorne bis hinten durch, einzig die paar Seiten Intro zum zweiten Aufzug überspringend (Wannefors lässt, wo nötig, die Tasten los, zum Dirigieren). Cecilia Josefsson am Mischpult hält sich vornehm zurück, nur sporadisch verschiebt sie einen Regler. Dann erklingt atmosphärisches Donnergrollen. Oder ein, zwei geheimnisvolle Pfeiftöne. Und Senta darf in der Ouvertüre das Erlösungsmotiv mitsummen – ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Wiebke Roloff
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Ein robustes Werk wie «Götterdämmerung» gegen die Wand zu fahren, dafür muss man schon ein erhebliches Maß an Untalent oder Gleichgültigkeit investieren. Trotzdem gelang es dem flämischen Toneelhuis-Chef Guy Cassiers, das Parkett im Berliner Schiller Theater bis zum Ende der Vorstellung so sehr geleert zu haben, dass die verbliebenen Buh-Rufer durch das persönliche...
Da wird einer offenbar immer wieder von Neuem von der Magie Janáceks angezogen. Vor einem Jahrzehnt hat Regisseur Robert Carsen sich schon einmal dessen Opernfabel «Das schlaue Füchslein» gewidmet, damals an der Vlaamse Opera in Gent und Antwerpen. Was der Kanadier jetzt an der Elsässischen Rheinoper mit dem Stück anstellt, bietet keine grundsätzlich andere...
