Beethoven am Byfjord
Mary Miller ist eine energische Person. Charmantes Selbstbewusstsein und fordernde Zielstrebigkeit strahlt sie aus. Muss sie wohl auch. Denn sie kann zwar stolz darauf sein, der Bergen National Opera, kurz BNO, in ihrer dreijährigen Amtszeit als Chefin auch international Gehör verschafft zu haben, aber sie gibt sich nicht zufrieden mit der logistischen Situation: «Ich brauche ein richtiges Opernhaus!», sagt Miller, weiß aber, dass es noch zehn Jahre dauern dürfte, bevor es ein eigenes Haus geben wird.
2005 wurde die BNO als Joint Venture vom Bergen Philharmonic Orchestra, dem National Venue of Theatre, der Grieghalle und dem Bergen International Festival gegründet. In Zusammenarbeit mit dem Festival entstanden viel beachtete Inszenierungen, etwa Tan Duns «Marco Polo», aber auch Eigenproduktionen wie zuletzt Janáceks «Schlaues Füchslein». Die Jugendarbeit spielt bei der BNO eine ebenso große Rolle wie zeitgenössisches Musiktheater. In dieser Saison gibt es zwei Uraufführungen: die von Teenies für Teenies geschriebene Oper «Alt om min Familie». Und die Auftragskomposition «Stemmer», ein «Operatorio» des britischen Komponisten Orlando Gough.
Als Auftakt der Feierlichkeiten zur ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Regine Müller
Die Zauberin Armida, die gegen ihren Willen dem Kreuzritter Ronaldo verfällt, hat auch einer Menge Komponisten der letzten 400 Jahre den Kopf verdreht. Von Lully bis Dvorák – wer hat nicht alles die Story vertont! Gluck tat es 1777 in Paris, bereits als berühmter Opernreformer. «Armide» hat allerdings nicht die Stringenz und dramatische Kraft seiner anderen...
Die sechs Essays, die Friedrich Dieckmann unter dem Titel «Das Liebesverbot und die Revolution» im Insel Verlag gebündelt hat, sind nicht neu und wurden zwischen 1993 und 2011 erstmals veröffentlicht. Ihren Wert mindert das nicht. Dieckmann ist als Kulturhistoriker ein Essayist im emphatischen Sinn des Wortes: Anschaulich, detailgesättigt, trotzdem skrupulös...
Das Erste, was ins Auge springt: der weit auskragende Baldachin. Wie eine Muschel wölbt er sich über dem Eingangsportal. Ein Rocaille-Dach aus Glas und gusseisernem Rankenwerk, das kühn aus der Fassade wächst. Schmuck und Statussymbol, wie die steinernen Löwen links und rechts der Treppe, die ins Innere führt. Vom Gesims des Mittelrisalits schauen zwei geflügelte...
