Frühlingserwachen

Mozart: Die Zauberflöte
Hannover | Staatsoper

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Vor dem schwarzen Samt ein großes Bett, in dem Tamino gleich eine Schlange entdecken wird, die da nicht hingehört, was den jungen Mann sichtlich irritiert. Wenn der Vorhang sich öffnet, sehen wir ein Jugendorchester, das pantomimisch bebildert, was Kapellmeister Valtteri Rauhalammi dem Niedersächsischen Staatsorchester abringt: einen gerne flotten, selten aber beherzten Mozart-Klang.

Mit diesen Bildsignalen skizziert Regisseur Frank Hilbrich gleich zu Beginn, worum es ihm in seiner Neuinszenierung geht: um Adoleszenz, das Frühlingserwachen der Liebe – und um die Macht der Musik, zumal wenn sie von Heranwachsenden intoniert wird. Kinder an die Macht heißt es auch am Ende, wenn die Priesterschar ins Wanken kommt, Sarastro entkräftet zu Boden sinkt und die Musikanten das Sagen haben.

Tamino und Pamina allerdings sind da schon längst angepasste Eingeweihte. Vielleicht wurden sie ja traumatisiert von jener Feuer- und Wasserprobe, bei der sie verbrannte Leichen aus dem Leichensack ziehen und mit Tropfen aus dem Löscheimer reinigen sollen. Die Entdeckung der Liebe und Triebe bringt bei ihrem ersten Aufeinandertreffen Pamina und Papageno in amüsante Gefühlsverwirrung, doch solche ...

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Opernwelt März 2018
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Rainer Wagner

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