Klang-Raum
Es sei eben wie das sprichwörtliche Baumpflanzen, sagt Lachenmann im Publikumsgespräch vor der Aufführung. Etwas, das man wenigstens einmal gemacht haben will: «einmal im Leben eine Oper schreiben». Mündlich verwendet er den traditionsbelasteten Begriff «Oper» ganz unbefangen, sein «Mädchen mit den Schwefelhölzern» trägt allerdings den Untertitel «Musik mit Bildern».
Je mehr von Lachenmanns Texten man liest, desto vorsichtiger wird man mit einer Interpretation (dafür, dass er wieder und wieder betont, ein Komponist solle nicht reden, sondern schaffen, hat er sehr viel geschrieben), doch scheint der Musik einen klarer Vorrang einzugeräumt zu werden. Kann man von Musiktheater überhaupt sprechen – oder ist das «Mädchen» letztlich ein Hörspiel, das der Bilder gar nicht bedarf?
Lachenmann nutzt Stimme und Sprache. Eine Erzählhaltung verbindet sich (ähnlich wie bei John Cage oder Heiner Goebbels) damit jedoch nicht. Es kommt ihm auf «musikalische Situationen» an, auf «Landschaften», und Hans Christian Andersens Märchen bietet dazu viele Möglichkeiten. So minimalistisch die Handlung bleibt, so reichhaltig ist das Märchen an Situationen, die in Klang gefasst werden können: In der ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Wiebke Roloff
Am 30. September ging in den Niederlanden der 49. Internationale Gesangswettbewerb ’s-Hertogenbosch zu Ende. Zehn von 240 Sängerinnen und Sängern aus 40 Ländern schafften es ins Finale. Was die Siegerin betrifft, waren sich die Zuhörer mit der Jury unter Ioan Holender, dem ehemaligen Intendanten der Wiener Staatsoper, einig: Sowohl der Grand Prix der Stadt im Wert...
Zum vierten Mal fand in diesem Jahr der Concours Ernst Haefliger statt. Der Namensgeber war zweifellos einer der vielseitigsten Tenöre des 20. Jahrhunderts: als Evangelist der Bach-Passionen ebenso berühmt wie als Mozart-Sänger und Interpret zeitgenössischer Werke. Nicht zuletzt war Haefliger ein bedeutender Gesangspädagoge. Bei der ersten Ausgabe des Wettbewerbs...
Nach Gerard Mortier (2002-2004), Jürgen Flimm (2005-2007) und Willy Decker (2009-2011) ist Heiner Goebbels der vierte Intendant, der bei der Ruhrtriennale die Leitlinien einer «Ästhetik auf drei Jahre» vorgibt. Ungleich rigider als seine Vorgänger hat der umtriebige Komponist, Hörspielmacher und Hochschulprofessor mit dem diesjährigen Programm gleich das ganze...
