Der andere Hügel
High Heels, die auf dem Weg zum Kunstgenuss verschlammen, sind Geschichte. Ebenso Sommersakkos oder Abendkleider, die bei geschätzten 30 Grad Innentemperatur durchweichen. Mittlerweile sind auf Gut Immling die Wege gekiest und geteert, gegen sommerliche Kreislaufgefährdung hilft die Klimaanlage. Zumal die ehemalige Reithalle für Oper und Konzert ohnehin nicht mehr extra umgebaut und -gerüstet werden muss.
Ziemlich viele Annehmlichkeiten gibt es mittlerweile auf diesem versteckten Hügel zwischen Rosenheim und Chiemsee, von dem aus sich in den Aufführungspausen so wunderbar der Sonnenuntergang bestaunen lässt.
Das Ambiente dieser Festspiele ist demnach geblieben und ebenso ihr Chef: Ludwig Baumann, im Erstberuf Opernbariton, kann in diesem Jahr den 20. Geburtstag seines Unternehmens feiern. Eigentlich war dieses als Wiedereingliederungsmaßnahme in die Musik gedacht. 1994 stürzte Baumann bei einer Probe in den Graben der Semperoper und musste seine Karriere beenden, seitdem leidet er unter chronischen Rückenschmerzen. «Es war nie die Absicht, ein Festspiel in diesem Ausmaß anzustreben», sagt er heute. Inzwischen ist er bei neun Festivalwochen, einem Jahresetat von zwei Millionen Euro ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Markus Thiel
JUBILARE
1926 in Melbourne geboren, schloss Denis Vaughan 1947 an der Universität seiner Heimatstadt ein Musikstudium ab und setzte seine Ausbildung mithilfe eines Stipendiums am Royal College of Music in England fort, wo er Orgel und Kontrabass studierte. 1950 trat er dem Royal Philharmonic Orchestra unter Thomas Beecham bei, bevor er zum Assistant Conductor und...
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Die Berliner und Kölner Aufführungen seiner Oper «Jeanne d’Arc – Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna» (siehe OW 6/2008 und 4/2016) haben den von den Nazis als Halbjuden verfemten Komponisten Walter Braunfels einmal mehr ins Rampenlicht gerückt. Auch wenn in den letzten Jahren einige seiner Hauptwerke wieder aufgeführt wurden oder doch, wie die «Große Messe»...
