Auf Wanderschaft
Ein neuer Konzertsaal, wie mancher schon frohlockte, wurde damit nicht gefunden. Zu trocken, zu direkt die Akustik, auch müsste manches aufgehübscht werden. Trotzdem: Die Alte Kongresshalle mit ihrem Furnierholzschick der Fünfziger hat Charme – und taugt als provisorischer Spielort für diese Produktion. Bei seiner Wanderung durch Münchner Exilspielstätten ist das Gärtnerplatz-Team auf dem Gelände unweit der Theresienwiese angekommen. Bislang funktioniert die Saison außerhalb des Stammhauses, das drei Jahre lang renoviert wird, einigermaßen.
Das Weiße Rössl in einem Theaterzelt ist leidlich gebucht, der Don Pasquale im Cuvilliéstheater war ausverkauft. Als «halbszenisch» hatte man Arthur Honeggers Johanna auf dem Scheiterhaufen angekündigt, doch eigentlich ist die Aufführung in der Alten Kongresshalle konzertant. Dies allerdings angereichert durch Farbenspiele und damit Stimmungsverstärker von Münchens legendärem Licht-Meister Max Keller. Julia Stemberger gibt die Titelrolle als Monument des Glaubens, fast unbeweglich an der Rampe, mit großer Dringlichkeit in der Deklamation. Bruder Dominik ist bei Michael von Au nicht gütiger Partner, sondern Cousin Mephistos. Auch für die ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Markus Thiel
Eva-Maria Westbroek
gibt jeder ihrer Rollen ein ganz persönliches Profil. Jetzt debütiert die niederländische Sopranistin in Brüssel als Puccinis Manon Lescaut. Weg von der Wagner-Strauss-Schiene: eine gute Entscheidung
Joseph Calleja
ist Malteser, Mitte Dreißig und einer der gefragtesten Tenöre unserer Zeit. An der
Metropolitan Opera hat er bereits drei...
Eine Schöne Magelone mit Philippe Jaroussky oder eine Dichterliebe mit Max Emanuel Cencic? Das möchte man sich lieber nicht vorstellen. Das Manieristische, Maskenhafte, Outrierte eines an der Barockoper geschulten Vokalstils, die penibel einstudierten, inszenierten Posen passen nicht zum Herzweltschmerz der Romantik. Den Affekthaushalt des gepuderten...
Im französischen 18. Jahrhundert sind noch immer veritable Entdeckungen zu machen. Das beweist die CD-Veröffentlichung zweier Opern von Antoine Dauvergne (1713-1797), dem man in der Literatur zwar als Direktor der Pariser Oper nach 1769, aber nicht als Komponist begegnet. Hercule mourant, eine tragédie lyrique, und La Vénitienne (1768), eine comédie-ballet,...
