Schräge Vögel
Der Begriff «originale» ist im Italienischen vieldeutig, bezeichnet nicht nur das Ursprüngliche und Authentische, sondern auch das Absonderliche. In Giovanni Simone Mayrs Farce «Che originali!», 1798 in Venedig uraufgeführt, gibt es gleich mehrere Kostproben. Das Libretto stammt von dem damals erst 21-jährigen Gaetano Rossi, der in reifen Jahren Textvorlagen für Meyerbeer, Rossini und Donizetti schrieb. Hauptfigur ist der Musiknarr Don Febeo. Er hält sich für einen bedeutenden Komponisten und terrorisiert Familie und Dienerschaft mit seinen Versuchen.
Seine Tochter Aristea ist ähnlich ambitioniert, freilich literarisch geprägt, sieht alles durch die Brille des von ihr verehrten Metastasio. Ihren Geliebten Don Carolino lehnt der Vater strikt ab, da er kein Instrument spielt. Für Abhilfe sorgt das Dienerpaar Biscroma und Celestina, das von den Verliebten im Falle einer erfolgreichen Verkupplung eine schöne Mitgift für die erstrebte eigene Hochzeit erwarten kann. In verschiedenen Verkleidungen taucht Don Carolino in Febeos Haus auf und hat als vorgeblicher Maestro Semiminimo endlich Erfolg.
Obwohl das Buch erhebliche dramaturgische Schwächen aufweist – es gibt zeitlich unlogische ...
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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 18
von Ekkehard Pluta
Seit Jahren steht in Stuttgart die Frage im Raum, wann und wie der historische Theaterbau von Max Littmann aus dem Jahr 1911, in der Oper und Ballett ihre Vorstellungen geben, saniert wird. Dass er dringend ertüchtigt werden muss, ist zwischen den Trägern der Württembergischen Staatstheater (Stadt und Land) unstrittig. Alles andere ist mehr oder weniger offen. Im...
Das Prinzip Hoffnung – es ist noch nicht erschöpft in Alexandra. Obwohl kaum etwas für Aufbruch, Zuversicht, Lust auf Zukunft zu sprechen scheint, wenn man durch die staubigen Straßen dieser Vorstadt fährt. Etwa 200.000 Menschen leben hier auf engstem Raum, viele in notdürftig zusammengeflickten Behausungen aus rohen Ziegeln, Wellblech, Pappe. Wie schon ihre...
Wenn der Vorhang aufgeht, dann muss es krachen», sagt Anno Schreier in einem Radiointerview. Der Karlsruher Komponist (Jahrgang 1979) setzt nicht auf experimentelle Spieltechniken, elektronische Verfremdungen oder Geräusche, er arbeitet mit einer eher traditionellen Tonsprache, in der auch Dur-Akkorde und weit gespannte Kantilenen vorkommen dürfen. Ähnlich wie...
