Was im Kino nicht mehr geht

Volker Schlöndorff über Janáˇceks Religiosität, Verkehrsprobleme auf der Bühne, das Aufladen von Batterien und die Suche nach künstlerischer Ernsthaftigkeit

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Und das soll er also sein – einer der «wenigen deutschen Weltstars des Films», wie ihn die Deutsche Oper Berlin ankündigt. Der Herr, der uns gegenüber sitzt, ist ein freundlicher Mitt­sechziger, den man als unauffällig bezeichnen würde, hätte man ihn nicht schon so oft über rote Teppiche schreiten oder im Bildteil von Schriftsteller-Biografien auftauchen sehen.

Ja, Volker Schlöndorff wird sich in seiner Mittagspause als ein so unprätentiöser Gesprächs­partner herausstellen, dass mancher, der weder eine Goldene Palme noch einen Oscar im Regal stehen hat, dagegen angeberisch wirkt. Wobei «Mittagspause» eher den Probenplan zu Leoˇs Janáˇceks «Aus einem Totenhaus» als den Kalender Schlöndorffs betrifft, dessen Besitzer keine Pausen zu kennen scheint.
Dass man mit dieser Vermutung nicht ganz falsch liegt, zeigt bereits der Auftakt zur Unterhaltung: Den nimmt Schlöndorff selbst in die Hand, noch im vollen Schwung der Arbeit, die ihn eine Minute zuvor die Probebühne durcheilen ließ. Fragen müssen kaum gestellt werden. Der Regisseur ist so erfüllt von seinen Gedanken zu Janáˇceks letzter Oper, dass man sich prompt um das Fassungsvermögen des Tonbands und die Ausdauer der Batterien zu sorgen ...

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Opernwelt März 2005
Rubrik: Thema, Seite 29
von Olaf Wilhelmer

Vergriffen
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