Wiederbelebungsversuch
Einst war Franz von Suppés «Fatinitza» (1876) mit 1200 Aufführungen allein in Wien ein Renner. 1904/05 schaffte sie es an den Broadway – allerdings nur einen Monat lang: 34 Aufführungen.
Suppés «Komische Oper» (der Volksmund hat sich angewöhnt, die Spezies «Operette» zu nennen – die kleine Oper des zu Wohlstand gekommenen Kleinen Mannes, der sich mit seinen Manieren und seinem Geschmack in der förmlichen Hofoper nicht wohl fühlte) gehört zur Gattung der im deutschen Sprachraum zwischen 1870/71 und 1914/18 überaus beliebten und mit oder ohne Musik inflationär produzierten Militärschwänke. Ob der «Fatinitza»-Erfolg zu dieser Mode beigetragen hat, ist mir nicht bekannt. Wer sich aber die nun im Anschluss an eine szenische Ausgrabung beim Lehár-Festival Bad Ischl entstandene Studioaufnahme (leider ohne Libretto) anhört, wird die Nähe zu Vorgängerinnen wie Donizettis «Regimentstochter» und Offenbachs «Großherzogin von Gerolstein» nicht überhören. Der dumme, gewalttätige General Kantschukoff (das Stück spielt im Krim-Krieg der Russen gegen die Türken, 1853-1856) ist ein direkter Abkomme des Generals Bumm, das zweite Finale aus den «Banditen».
Offenbach, der Pariser aus Köln, war es, der ...
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