Oper und Anti-Oper
Herr Prof. Ligeti, in Ihrem Kommentar zur Entstehung der Oper «Le Grand Macabre» beschreiben Sie einen schöpferischen Entwicklungsprozeß, der – wie ich meine – für die Situation der Musik der Siebzigerjahre und des neuen Musiktheaters im besonderen sehr aufschlußreich und charakteristisch ist. Während der Arbeit an dieser Oper, Ihrem ersten großen Werk für das Musiktheater, gelangten Sie allmählich zur Erkenntnis, daß die Idee der nicht begrifflichen Texte, der Anti-Oper also, abgenutzt und nicht mehr entwicklungsfähig war.
Aus der ursprünglich geplanten Anti-Oper wurde eine «Anti-anti-Oper», auf einer anderen Ebene also wieder eine Oper, die die Gegebenheiten der Gattung und der Opernbühne akzeptiert, auch wenn sie ihre Tradition weiterführt. Dazu kommt mir ein Satz aus Alfred Jarrys «Ubu Roi», der die Konzeption Ihrer Oper wesentlich beeinflußt hat, in den Sinn: »Wir werden nicht alles zerstört haben», sagt König Ubu in seiner zerstörerischen Wut, »bevor wir nicht auch die Ruinen zerstören. Aher ich sehe kein anderes Mittel dazu, als schöne, wohlgeordnete Bauten aus ihnen zu machen.»
Ich finde das Zitat wunderbar. Was mich betrifft: Meine künstlerische Einstellung und ...
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Richard Klein: Meine Damen und Herren, soweit Richard Wagners «Rheingold»-Vorspiel in der Inszenierung von Johanna Dombois. Was wir gerade erlebt haben, scheint mir ein idealer Gegenstand für die Doppelaufgabe zu sein, über die Neuen Medien im Allgemeinen und Wagners «Ring» im Besonderen zu sprechen, wirft es doch von sich aus die Frage auf: Wie überhaupt anfangen?...
Herr Metzmacher, im Programmheft zur Salzburger Uraufführung von Wolfgang Rihms «Dionysos» beschreiben Sie Ihren ersten, vorsichtigen Kontakt mit der neuen Partitur. Wovor haben Sie in einer solchen Situation am meisten Angst?
Vor gar nichts. Ich bin nur neugierig. Im Falle von «Dionysos» kam die Partitur schubweise. Es war jedes Mal sehr spannend zu sehen, wie sich...
Frau Petersen, auf Ihrer neuen CD interpretieren Sie Liebeslieder von Robert Schumann – gemeinsam mit Anke Vondung, Werner Güra und Konrad Jarnot sowie den Pianisten Christoph Berner und Camillo Radicke. In dem Zyklus «Spanisches Liederspiel» op. 74 findet sich eine der wenigen Solo-Nummern: «Melancholie». Sie singen das, als ob Sie das Verzweifeln an der «Qual...
