O Diva!
Was machen eigentlich alternde Diven in ihrer Freizeit? Man weiß es nicht so genau und will es vielleicht auch gar nicht wissen. Dafür weiß man nun auch in Augsburg, was erfolgreiche, noch gar nicht so alte Singer-Songwriter in ihrer Freizeit machen: ganze Opern komponieren. Dort ist nämlich aktuell die deutsche und deutschsprachige Erstaufführung der ersten Oper des kanadisch-amerikanischen Pop-Idols Rufus Wainwright zu erleben, in der es – genau – um eine alternde Diva geht.
Die Augsburger Primadonna Sally du Randt gibt, durchaus mit Würde, Madame Régine Saint Laurent, die seit ihrem letzten Versagen als Eleonore von Aquitanien in einer großen historischen Oper unbedingt noch mal eben diese Oper singen will. Glücklicherweise kommt ein Journalist zum Interview vorbei, der, wie sich herausstellt, schon einen Karriereversuch als Tenor hinter sich hat, weshalb beide gemeinsam ein Duett aus der großen historischen Oper singen können.
Ansonsten passiert kaum etwas in den zwei Stunden und zwei Akten von «Prima Donna», was den Regisseur Hans Peter Cloos im neuen Ausweichquartier des renovierungsbedürftigen Stadttheaters derart zur Verzweiflung treibt, dass er gegen Ende den fiesen ...
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Opernwelt März 2018
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Michael Stallknecht
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