Tant de bruit pour une omelette
Die drittletzte der insgesamt rund 70 Opern Gaetano Donizettis, von den Häusern um des Kassenstands willen oft gespielt und vom Publikum mit Blick auf einen launigen Opernabend heiß geliebt – «Don Pasquale» ist doch fürwahr ein einfältiges Stück. Ein Schwank mit simpler Musik, eine Operette, aber nicht so gut wie «Die Fledermaus». Doch Vorsicht, die Behauptung ist gefährlich.
Sie ist politisch inkorrekt, tischt ein überholtes Vorurteil auf; sie wird weder dem Stoff noch der Partitur gerecht, zeugt allenfalls vom Dünkel eines durch deutschsprachiges Kulturverständnis geprägten Beobachters. Doch sei’s drum. Ich gestehe, dass mir die Aussicht auf einen Abend mit «Don Pasquale» im Opernhaus Zürich mäßige Begeisterung entfachte.
Als dann der Vorhang fiel, war keineswegs alles anders. Aber ich zog den Hut vor dem Wollen und Können des Leitungsteams, des erneut ausgezeichnet besetzten Ensembles, des Orchesters der Oper Zürich und der Crew im Hintergrund. Vielleicht, begann ich zu vermuten, bin ich doch nicht ausreichend in das Stück eingedrungen. Vielleicht, gab ich mir zu bedenken, bin ich den Traditionen einer Aufführungspraxis aufgesessen, die das Werk bis zu einem gewissen Grad ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Peter Hagmann
So kennt man die Geschichte aus der Erzählung von Friedrich de la Motte Fouqué: Des Fischers Tochter verschwindet eines Tages, während am gleichen Abend auf der Schwelle seiner Behausung ein anderes Mädchen erscheint. Undine eben, die von den verzweifelten Eltern an Kindes statt angenommen wird und an den Gestaden eines kleinen Sees zu einer jungen, faszinierend...
Mit Oper kann er eigentlich nicht viel anfangen. Weite Bögen, scharfe Kontraste, markante Figuren, dramatische Spannung – all das, was lebendiges Musiktheater braucht, um Funken zu schlagen, ist Hans Abrahamsen letztlich fremd. Einem Komponisten, dessen Denken aus der Stille kommt, der feingliedrige Gespinste austüftelt, die nicht selten auf mathematischen...
Mancher Melomane hielt ihm als Schwäche vor, was eigentlich seine Stärke ausmachte: den geradlinigen, natürlichen Klang der Stimme. Peter Schreier war kein Sänger des effekthaltig gestalteten, «gemachten» Ausdrucks. Arabeskem begegnete man bei ihm so wenig wie einem auf Wirkung zielenden Kunstwillen. Zeit seiner sechs Jahrzehnte überspannenden Laufbahn blieb er...
