Sich selbst treu bleiben

Die Berliner Kammeroper stand vor dem Aus – und noch immer ist die Zukunft ungewiss. Ein Erfahrungsbericht von Kay Kuntze, dem Künstlerischen Leiter der renommierten Bühne

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Berlin, 1986. In der Theatermanufaktur zeigt die Berliner Kammeroper «Elegie für junge Liebende». Ich betrete den Raum und bin sofort fasziniert: der offene Raum ungewöhnlich genutzt, rechts ein hervorragend spielendes Orchester unter der Leitung von Brynmor Jones, links auf einer Empore Regine Schudel als Hilde Mack, vor einem riesigen Alpenveilchen, das immer einmal wieder aufglühte, ein Schreibtisch. Viel mehr brauchte es nicht für eine unheimlich spannende Darbietung von Hans Werner Henzes sensitivem Werk in der packenden Inszenierung von Henry Akina.

Ich studierte in Berlin Schulmusik und hatte so etwas noch nie gehört und gesehen. Als Henry 1996 als Intendant nach Honolulu ging, bin ich als Regisseur zu dem Team dazugestoßen, mit Bryn Jones als Künstlerischem Leiter, bis ich dann 2002 die Künstlerische Leitung übernommen habe.

Zwei bis vier Produktionen pro Jahr waren die Regel; häufig mit nationalen wie internationalen Koproduk­tionspartnern. Ermöglicht wurde das durch die Basisförderung der Berliner Kulturverwaltung, aber auch durch projektbezogene Förderungen von Fonds und Stiftungen. Im Laufe der Jahrzehnte konnten wir dabei eine Infrastruktur aufbauen, die uns ein ...

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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Kay Kuntze

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