Genau abgestimmt
Vor 24 Jahren kam Janáceks «Katja Kabanova» in Regensburg zuletzt heraus. Es war die erste Spielzeit von Marietheres List als Intendantin. Nun steht das Stück in der ersten Spielzeit ihres Nach-Nachfolgers Jens Neundorff von Enzberg wieder auf dem Spielplan. Brigitte Fassbaender inszeniert, die Ausstattung stammt von Dorit Lievenbrück. Die Regisseurin rückte die inneren Konflikte, die Katja in den Tod treiben, ins Zentrum. Die Bühne bleibt karg. Mit einer Schwarz-Weiß-Fotografie aufgewühlter Wassermassen wird die Wolga angedeutet, über der sich Wolken türmen.
Hinter einer frei im Raum stehenden Tür ist ein Bett sichtbar. Ein bewegliches Gerüst markiert eine Ebene außerhalb der Realität. Hier finden sich die Paare. Diese inneren und äußeren Räume sind genau abgestimmt auf die Befindlichkeiten der Titelheldin, die, zwischen Lebensgier und Sehnsucht nach Geborgenheit hin und her gerissen, gnadenlos in den Tod getrieben wird. Die junge Frau weiß um die Aussichtslosigkeit ihrer Situation und bricht dennoch aus.
Brigitte Fassbaender sorgt für eine überaus subtile Personenführung. Michaela Schneider singt die Katja mit gleichermaßen jugendlich-lyrischer wie expressiv-dramatischer Stimme ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhard Heldt
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Thomas» ist bereits die zweite Oper, die die beiden Österreicher Georg Friedrich Haas und Händl Klaus nach «Bluthaus» 2011 (siehe OW 6/2011) als Auftragswerk für die Schwetzinger Festspiele geschrieben haben (Uraufführung: 24. Mai, besuchte Vorstellung: 28. Mai 2013). Ging es damals um das Drama eines sexuellen Missbrauchs, so handelt es sich diesmal um das Sterben...
Es gehört nicht viel zur Behauptung, Cecilia Bartoli sei – mit ihren Stärken und Schwächen, die sie selbst genau kennt – eine Ausnahmesängerin, ja, Ausnahmekünstlerin. Wenn man es boshaft sagen will: Sie ist genauso gut wie der von ihr angekurbelte Apparat der Public Relations, dessen Motor makellos und ohne das geringste Stottern auch auf hoher Tourenzahl...
