Die Hochzeit – ein Traum
Einen Zyklus mit Meisterwerken des 20. Jahrhunderts zu starten, ist keine neue Idee. Aber darum wird ja nicht schlechter, was das Badische Staatstheater unter seinem neuen Intendanten Peter Spuhler in Szene setzt. Noch verdienstvoller indes: Den Anfang markiert in Karlsruhe «Romeo und Julia auf dem Dorfe» von Frederick Delius.
Die Väter bekriegen sich. Die Kinder gehen daran zuschanden. Shakespeare? Jein. Da sehr frei nach ihm. Das junge Paar, das sich reinen Herzens zugetan ist, heißt eben nicht Romeo und Julia, sondern Sali und Vrenchen. Die Väter sind auch keine Veroneser Edelleute.
Sie sind Schweizer Bauern, die sich um ein Stück Brachland zerfetzen. Und die Kinder rudern in den gewollten Tod – in dem Kahn, der ihr Brautbett ist. Auf dieser Welt war für sie kein Platz. Wer älter ist und sich an seine Schullektüre erinnert, schaltet sofort: Gottfried Keller, die Sammlung «Die Leute von Seldwyla» und daraus die Novelle, deren Titel auch die Oper trägt.
Die Musik scheint irgendwo zu beginnen und irgendwo zu versiegen: Streicherlangsamkeit, aus der sich die Holzbläser herauslösen. Spätromantischer Klang, eine Prise Impressionismus, ausgesuchte Koloristik, chromatisch gewürzt, sanft ...
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Opernwelt März 2012
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Heinz W. Koch
Der 1957 geborene englische Komponist Simon Wills hat offenbar, wie viele seiner britischen Kollegen, ein unverkrampftes Verhältnis zur Tradition. Als «Opera buffa» bezeichnet er seine neueste Oper. «The Stolen Smells» ist ein Auftragswerk des Luzerner Theaters und des NDR. In Luzern fand die Uraufführung statt, in der Regie des Luzerner Intendanten Dominique...
Dass fast alle von vornherein verloren sind, wird schnell klar. Ausstatterin Annemarie Woods, die 2011 (mit anderem Regiepartner) zwei wichtige Nachwuchspreise gewann, lässt den Figuren kaum Raum für Entfaltung – weder in ihrer zwischen Surrealismus und Expressionismus schwankenden Bühne noch in ihren historisierenden Kostümen, die das Stück ins frühe 20....
Vor einigen Jahrzehnten hätte die vorliegende CD vielleicht noch den Titel «Hasse redivivus» getragen, doch da im Internet-Zeitalter kaum noch jemand Latein versteht und «reloaded» spätestens seit dem zweiten Matrix-Film der Wachowski-Brüder Teil des modernen Wortschatzes geworden zu sein scheint, heißt es heute also «Hasse reloaded» – sei’s drum. Des modischen...
