Spiesserglück
Die Janácek-Renaissance geht weiter: Seine Opern erobern sich nach und nach den Platz, der ihnen im Repertoire gebührt, und das gilt nicht nur für «Jenufa». Auch kleinere Häuser mischen mit. Selbst vor einem lange als überkompliziert geltenden Stück wie «Die Ausflüge des Herrn Broucek» machen sie nicht mehr halt. Nun hat das Theater Trier sich an die verschachtelte Gesellschaftssatire getraut – und kann einen Erfolg zur rechten Zeit verbuchen: Nach den bislang eher zwiespältig aufgenommenen Opernproduktionen unter der neuen Intendanz von Karl M.
Sibelius ist der Regisseurin Jasmina Hadziahmetovic mit «Broucek» eine durchdachte, publikumsfreundliche Inszenierung gelungen.
Mathias Broucek (in Trier wird die deutsche Fassung gegeben) ist der unfreundliche Typ von nebenan. Sein Horizont reicht nicht viel weiter als bis zur Wölbung seines prallen Bauchs. Ein Spießer, der sich selbst auf Traumreise treu bleibt – ob es nun zum Mond geht oder ins frühe 15. Jahrhundert, die Zeit der Hussiten-Kriege. Stets hat Broucek nur das eigene Wohlergehen im Sinn. Die Szenenwechsel erfolgen in Trier ohne großen Aufwand, gleichsam poetisch reduziert: Zunächst lernen wir Broucek in einer Hütte kennen, ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Claus Ambrosius
Als ob es eine tief strömende, die Richtung ändernde Bewegung gäbe, vertrauen Komponisten wie Michael Wertmüller, Toshio Hosokawa, Miroslav Srnka, Johannes Kalitzke in jüngster Zeit wieder der Narration in ihrem Musiktheater, nennen es gattungsgerecht Oper. Auch Hans Thomallas neues Werk «Kaspar Hauser», eine «Oper in drei Akten», schreibt und schreitet einen Weg...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 6
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752290
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 10.05.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Dass man diesen ungekürzt gegebenen, fast vier Stunden dauernden »Mathis« sofort noch einmal hören möchte – das ist zunächst einmal Markus Marquardt zu danken, der bereits dem mordenden Goldschmied Cardillac (2009 unter Fabio Luisi, in einer Inszenierung von Philipp Himmelmann) am Uraufführungsort prägnant Stimme und Gestalt verliehen hatte, und nun Mathis, diesen...
