Wiederentdeckung des Jahres
Mieczyslaw Weinberg war einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. Dennoch blieb er überall heimatlos. Durch seine Musik dokumentierte er den Genozid der europäischen Juden. Aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg hatte seine Musik keine Chance. Bis sie jetzt von den Bregenzer Festspielen wiederentdeckt wurde.
Im Zentrum des Weinberg-Programms stand die szenische Erstaufführung der Auschwitz-Oper «Die Passagierin». Ein Stück, das ins Mark trifft. Ergreifendes, großartiges, überwältigendes Musiktheater. Trauerarbeit eines Verkannten, der seine Familie im Holocaust verlor.
In dieser Oper «gibt es keine einzige ‹leere›, gleichgültige Note», schrieb Schostakowitsch in einem Vorwort zum Klavierauszug. Erst fünfundzwanzig Jahre nach ihrer Vollendung und fünfzehn Jahre nach Weinbergs Tod beginnen wir die Schönheit und Größe dieser Musik zu begreifen: die «Wiederentdeckung des Jahres».
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: , Seite 32
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Ein gutes Opernhaus erkennt man nicht zuletzt daran, dass es in der Lage ist, gelegentlich über den Radius seiner Möglichkeiten hinauszuwachsen: daran, dass irgendwann im Laufe des siebenwöchigen Probenprozesses oder zuweilen auch erst in den Aufführungen jene katalysierende Reaktion einsetzt, die aus dem Ganzen mehr werden lässt als die Summe seiner Teile und die...
Nicht nur Verdi und Wagner haben viel von ihm gelernt. Auch bei Gounod, Bizet und Mussorgsky ist vieles ohne Giacomo Meyerbeer undenkbar. In diesem Sinn sind «Les Huguenots» ein atemberaubendes Versuchslabor, in dem vieles angelegt ist, was den Weg der Oper im späteren 19. Jahrhundert prägt. La Monnaie in Brüssel hat dem aufwändigen Stück eine glanzvolle Premiere...
Der Tipp kam von einem Freund. Er solle sich doch mal auf YouTube diese junge Russin anschauen. Also ging Marc Minkowski online. Was er da sah und vor allem hörte, versetzte ihn sofort in Hochspannung. Gerade achtzehn war Julia Lezhneva, als Minkowski sie in den Filmchen der Video-Plattform entdeckte und vom Web weg engagierte – für eine Aufnahme von Bachs h-moll...
