Tschaikowsky: Pique Dame
Eine Gruppe Touristen huscht an den Männern in grellem Orange vorbei. Von wegen Sonntagsspaziergang, hier wird gearbeitet! Kräne zerlegen die Standbilder vergangener Epochen, was früher war, interessiert heute keinen mehr, weg damit, nur das Neue zählt. So läuft das in Putins Russland. Sagt Regisseur Vilppu Kiljunen. Die Neureichen wickeln ihre Immobiliengeschäfte ab und hören nebenbei von der Gräfin, die mit drei Karten beim «Jeu de la Reine» gewann. Letzteres verschweigen die Übertitel, sie hat gewonnen, basta, wann und wo spielt keine Rolle. Also die Neureichen.
Die tragen in Helsinki Nadelstreifen oder Jeans von der Stange (müsste das nicht eigentlich Prada, Gucci oder Escada sein?), rauchen Joints, singen Karaoke, greifen ins Keyboard, langweilen sich auf sado-masochistischen Partys, schreiben E-Mails und spielen Karten unter einer monströsen Matrix-Medienmaschine, an deren schwarzen Tentakeln Bildschirme wuchern, über die Katastrophenfilme, Nachrichten, Talkshows, Börsenkurse, Soaps flimmern.
Jetzt haben wir aber wirklich eine Menge gelernt! Fassen wir zusammen: Erstens: Auch heute gibt es noch Verzweifelte, Scheiternde, Spielsüchtige, unglücklich Liebende (darauf wären wir ...
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Die Zeit der Großzügigkeit in den Kommunen ist vorbei. Das gilt auch für das Ruhrgebiet. Alles kommt angesichts leerer Kassen auf den Prüfstand. Bestehendes, Bewährtes, zuweilen sogar Modellhaftes wird auf Zahlen abgeklopft: Das ökonomistische Denken dringt immer weiter auch in Theater, Museen, Orchester und Konzerthäuser ein. Zwei Beispiele aus...
Süß, diese Schäfchen. Wirklich entzückend, wie sie da, inmitten der glanzvoll kostümierten und choreografierten Singspiel-Schar, auf ihren blauen Rollen unschuldig weiß übers Parkett gerollt werden und dabei ganz zärtlich und dumm ausschauen – was wiederum zu der an diesem vornehmen Orte erzählten, tränenrührenden Geschichte wunderbar passt: Denn was wäre ein...
Bevor sich der Vorhang der Deutschen Oper Berlin an diesem Januar-Abend hob, dürfte sich die Neugier vieler Besucher darauf beschränkt haben, Deborah Voigt in ihrem Rollendebüt als Marschallin zu sehen. Hieß es doch, die bis vor kurzem bedenklich übergewichtige Diva sei nicht mehr wiederzuerkennen, seit sie ihren Magen auf die Größe einer Walnuss habe verkleinern...
