Im Bauch der Riesenlauten
Man tauchte sie in siedend heißes Wasser und schickte nach dem Henker, ihr das Haupt abzuschlagen. Doch es nützte alles nichts. Der glaubensstarken Cäcilie, Tochter aus gutem Patrizierhause, konnten selbst die grausamsten Folterqualen im heidnischen Rom nichts anhaben. Erst als Gottvater es für geboten hielt, sie heimzurufen, entschwebte die standhafte Seele von den Ufern des Tibers himmelwärts. Im dritten Jahrhundert, erzählt die Legende, soll sich das christliche Martyrium zugetragen haben.
Als die Sache mit dem Kreuz so richtig in Fahrt kam und die alten Cäsaren peu à peu die (Deutungs-)Hoheit an die neuen Päpste verloren, wurde Cäcilie bald als Heilige verehrt. Im 15. Jahrhundert avancierte sie schließlich zur Patronin der Kirchenmusik, der Sänger, Musiker, Dichter und Instrumentenbauer (ein Gemälde von Peter Paul Rubens zeigt sie beim Orgelspiel). Ende des 16. Jahrhunderts gab Sixtus V. sein Placet für eine Musikervereinigung, die ihren Namen trug und zu deren Gründungsmitgliedern kein Geringerer als Giovanni Palestrina gehörte: die Congregazione dei Musici sotto l’invocazione della Beata Vergine e dei Santi Gregorio e Cecilia. Das war die Keimzelle der Accademia Nazionale di ...
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Herr Pappano, Sie proben gerade in Rom. Da spreche ich Sie am besten mit Ihrem neuen Titel an: Signor Commendatore dell’Ordine al merito della Repubblica Italiana...
(schallendes Gelächter)
Wie, das finden Sie komisch? Klingt doch gut...
Na ja, wenn ich ehrlich bin: Irgendwie gefällt mir das auch.
Der Titel ist noch ziemlich frisch, Sie haben ihn im Dezember 2008...
Das Moskauer Bolschoi Theater gilt westlichen Besuchern als Opernmuseum schlechthin, und es hat sich bis vor Kurzem auch selbst so definiert. Ein schönes Beispiel bietet die Inszenierung des «Eugen Onegin» von 1944, die mehr als sechs Jahrzehnte auf dem Spielplan des Hauses stand und im Jahr 2000 von dem unlängst verstorbenen Regisseur Boris Pokrovsky noch einmal...
Es ist ein eifersüchtiger, unnahbarer, grausamer Gott, den die Menschen vor der Aufklärung zu fürchten hatten: jenen mit der eisernen Maske. Auch die Gedichte von John Donne (1572-1631), dem englischen Mystiker, künden von der Furcht vor Verdammnis wie von einer vagen Hoffnung auf Vergebung. Benjamin Britten vertonte sie 1945 nach der Uraufführung seiner Oper...
