Raritäten

Eine unbekannte Krenek-Oper und postwagnerische Schauspielmusiken von Hugo Wolf und Hans Pfitzner

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Wie viele Zeitläufte des zwanzigsten Jahrhunderts dieses Leben einschloss, kann man aus den Daten ersehen: Ernst Krenek wurde im Jahr 1900 geboren und starb 1991. Noch erstaunlicher als die schiere Dauer seines Wirkens ist, dass Krenek aus der sich ständig umwälzenden (deutschen) Geschichte hellwach Konsequenzen zog, ohne sich als avancierter, zeitkritischer Opernkomponist im Mindesten untreu zu werden.

Im komischen Zweiakter «Sardakai» trifft man den einst jungen Autor der 1927 erfolgreichen Zeitoper «Jonny spielt auf» als alten Hau­degen der bundesrepublikanischen Opern­avantgarde in den Jahren der Studentenrevolte wieder. Das Auftragswerk für die Hamburgische Staatsoper von 1970 liegt jetzt als Ersteinspielung mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Reinhard Schmiedel vo. Eine Produktion, die hohes musikalisches Niveau hat.
Bei Lektüre des Librettos, das der Komponist wie immer selbst schrieb, wird sofort klar: «Ho-Tschi-Minh» skandierende SDS-Jünger fand Krenek, der durch die gefährlich schillernden Ideologien der zwanziger Jahre sozialisiert wurde, lächerlich. Dafür müssen in «Sardakai» ein liebestoller Psychoanalytiker und ein weltrevolutionär he­rumdeklamierender ...

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Opernwelt April 2007
Rubrik: CDs, Seite 64
von Matthias Nöther

Vergriffen
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