Ensemblekultur anno 1960

Aus dem Kölner Opernarchiv: «Don Giovanni» unter Wolfgang Sawallisch

Opernwelt - Logo

Der Zeitpunkt könnte symbolischer kaum gewählt sein. Gerade hat das Kölner Opernhaus den Aufbruch in eine neue Ära eingeleitet; Uwe-Eric Laufenberg hat mit den «Meistersingern» die erste Produktion seiner Amtszeit selbst inszeniert. Nun erscheint der Mitschnitt einer «Don Giovanni»-Aufführung vom 20. März 1960, der in ähnlicher Situation entstanden ist. Es gab einen neuen Intendanten, Oscar Fritz Schuh, der selbst Regie führte. Mit dem damals 36-jährigen Wolfgang Sawallisch war ein neuer General-
musikdirektor im Amt. Dieser «Don Giovanni» war ihre erste gemeinsame Arbeit.

Auf der Bühne standen vier Rollendebütanten: Edith Mathis als Zerlina, Franz Crass als Commendatore, Fritz Wunderlich als Don Ottavio und Hermann Prey in der Titelpartie. Elisabeth Grümmer kam von der Deutschen Oper aus Berlin; drei Sänger des Kölner Ensembles vervollständigten die Besetzungsliste: Hildegard Hillebrecht als Donna Elvira, Hans-Georg Knoblich als Masetto und Georg Stern als Leporello.
Wie damals üblich, wurde in deutscher Sprache gesungen – in diesem Fall nach einer Übersetzung von Georg Schünemann. Das verlangt von unseren Ohren heute eine gewisse Gewöhnung; Witz und Tempo der Originalversion ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Medien | CDs, Seite 32
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Fordern und gefordert werden

Schon bei seinem Amtsantritt im Januar konnte man es hören: Ungewohnt fein und transparent klang da Richard Strauss’ gigantisch instrumentierte «Elektra»-Partitur, schlank und beweglich präsentierte sich das Orchester. Unverkennbar stand da ein Mann im Graben, der sehr präzise Vorstellungen vom Klang seines Orchesters hatte – und diese auch umzusetzen wusste....

Milde, Liebe, Vergeben

Was den musikalischen Teil betrifft, war dies die beste, wichtigste und geschlossenste Verdi-Premiere, die Berlin seit Langem erlebte. Dazu gleich mehr. Was den szenischen Teil betrifft, war es die unwichtigste, überflüssigste und wahrscheinlich auch teuerste Verdi-Premiere, die Berlin seit Langem erlitt: eine Koproduktion mit der Scala, an der Daniel Barenboim...

Triumph und Tragik

Wer diese Stimme je gehört hat, wird sie nicht vergessen: das dunkel-glühende Timbre, das unaufdringliche und unforcierte Volumen, die Mischung aus Eleganz und Kraft. Worte müssen zwangsläufig dürr erscheinen, wenn es darum geht, ein solches Phänomen zu umschreiben. Vielleicht kann man so sagen: Alles was George London sang, und wie er sang, war charakteristisch....