Im Traum zur Liebe
Alt-Melomanen schwärmen gern von Mafalda Favero und Tito Schipa, die in den Belcanto-Sendungen von ehedem als Ideal-Interpreten Pietro Mascagnis galten. Ihr schmelzend schönes Kirschenduett aus «L’amico Fritz» hatte historischen Rang. In den späten 60er-Jahren waren es Mirella Freni und Luciano Pavarotti in ihrer ersten Blüte, die das schwebende Auf und Ab der melossatten Szene perfekt kultivierten. Indes, wie jetzt an der Opéra national du Rhin mit diesem Vokaljuwel umgegangen wurde, war mehr als nur aller Ehren wert.
Brigitta Kele als Verwaltertochter Suzel ist eine lyrische Sopranistin, deren Stimme nach oben hin an Breite gewinnt, regelrecht aufblüht, wenn sie auch bisweilen nicht ganz die Spur hält. Und der betuchte Gutsherr Fritz, der ihr nach einigem Hin und Her am Ende die Hand zum Bunde reicht, ist bei Teodor Ilincai optimal aufgehoben: ein eloquenter lyrischer Tenor mit schlankem Höhenstrahl. Das Gewinnendste dabei: die geschmackvolle Gestaltung, seine mezza voce, sein erlesenes Pianissimo noch in heikler Gipfellage – von diesem Sänger werden wir noch hören. Der Rabbi David, dargestellt von Elia Fabbian, prunkt mit widerstandsfähigem Bariton, und die Mezzosopranistin Anna ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Heinz W. Koch
Meyerbeer e il suo tempo» war ein Programm der Accademia Nazionale di Santa Cecilia überschrieben, das in Zusammenarbeit mit dem Palazzetto Bru Zane entstand. Diana Damrau und Antonio Pappano huldigten im Oktober in Rom dem großen europäischen Komponisten. Zweifellos ein zentraler Beitrag zu dessen 150. Todestag.
Meyerbeer habe sie schon während ihres Studiums...
Auf die Idee mit dem sexy Sixpack sind beide gekommen: Zur optischen Auflockerung wird immer wieder ein halbes Dutzend knackiger Tänzer auf die Bühne geschickt, vorzugsweise in Kostümen mit minimalem Stoffverbrauch. Im dritten Akt trägt jeweils der gesamte Chor putzige Retro-Bademode, und auch eine schwule Kammerzofe gibt es doppelt.
Zwei große Opernhäuser der...
Anita Cerquetti war eine der enigmatischsten Erscheinungen der jüngeren Operngeschichte. Mit 20 debütierte sie 1951 als Aida in Spoleto, in den folgenden Jahren arbeitete sie sich mühsam durch die Provinz und in die erste Reihe vor. Ihre große Stunde schlug, als sie im Januar 1958 nach dem skandalumwitterten «Norma»-Abbruch in Rom für die Assoluta Maria Callas...
