Maß aller Dinge?
Kahlenberg nennt sich der Aussichtshügel am Rande Wiens, vor dem die Donaumetropole sich hinstreckt wie ein bunt bestickter Teppich. Der Name lädt freilich auch zu einem ätzenden Wortspiel in Zusammenhang mit dem Alban-Berg-Jubiläum und den Wiener Festwochen 2010 ein. Denn Letztere feiern die 125. Wiederkehr des Geburtsjahrs dieses Komponisten mit einem ziemlich kahlen Berg-Programm.
Im Vergleich zu früheren Festwochen-Veranstaltungen wie dem grandiosen Anton-Webern-Event 2004 im Konzerthaus mit einer Vielzahl exzellenter Darbietungen (im letzten Jahr der Musikdirektion von Hans Landesmann) wirkt das diesjährige «Fest für Alban Berg» doch sehr mit der linken Hand gestrickt: drei Konzerte und ein Liederabend im Konzerthaus sowie ein Konzert des Ensemble Intercontemporain unter Pierre Boulez im Arnold-Schönberg-Center. Dazu die beiden Opern. Wobei die diesjährige Neuinszenierung des «Wozzeck» 2003 in Aix-en-Provence schon fast fertig geprobt war, aber wegen eines Streiks abgeblasen wurde. Das riecht doch sehr nach Resteverwertung. Zumal die im Juni gezeigte Festwochenproduktion von «Lulu» in Peter Steins Inszenierung bereits 2009 in Lyon herauskam und im April auch an der Mailänder ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ende gut, alles gut? Fast. Gewiss scheint, dass der Freiburger «Ring des Nibelungen» nach einem im szenischen Niveau schwankenden «Siegfried» mit der «Götterdämmerung» in ein Finale mündete, das oft überwältigend gelang. Die schiere Makellosigkeit, ja, den Glanz, den Fabrice Bollon mit dem spürbar an der örtlichen SWR-Konkurrenz gewachsenen Philharmonischen...
Herr Gallo, können Sie uns erklären, warum die großen italienischen Sänger bisher einen Bogen um den Grünen Hügel gemacht haben?
Das liegt allein an der italienischen Gesangsschule, die den Sängern immer eingetrichtert hat, es wäre gefährlich, in einer anderen Sprache als Italienisch zu singen. Noch zu meiner Studienzeit bestand der Unterricht in den Konservatorien...
Fast jede Woche treffen in der «Opernwelt»-Redaktion Anfragen nach Medien-partnerschaften ein. Ein Zeichen der Zeit: Veranstalter wollen sich mit einem Medium verbünden, das sie ihrerseits angemessen zu präsentieren versprechen. Synergie heißt das Schlagwort, oder besser: Jeder soll was von dem Deal haben. Natürlich begegnet die Redaktion einer unabhängigen...
