Voodoo-Zauber in der Reederei
Da hat Andreas Homoki schon Recht: Gespenster auf der Bühne – das geht heutzutage nicht mehr. Es funktioniere ja nicht einmal im Horrorfilm richtig, sagt der Zürcher Opernintendant im Programmheft zu seiner ersten eigenen Inszenierung am neuen Haus. Da es sich um Richard Wagners Fliegenden Holländer handelt, in dem Spuk und Übersinnliches etwas Werkkonstituierendes haben, scheint die Überlegung nicht obsolet.
Aber den Grusel ganz zu verbannen, hieße bei diesem Werk aus demselben Grund auch: ein Stück weit die Musik ignorieren, mit der der Komponist so vieles vorweggenommen hat, was bis heute in der Filmmusik Gültigkeit hat.
Homokis Holländer-Figur haftet etwas Surreales an. Der Untote weckt Assoziationen an Voodoo-Zauber. Nicht von ungefähr: Die Inszenierung bewegt sich im Kontext von Kolonialismus und Fremdenphobie. Schauplatz ist ein Reedereikontor im Stil der Gründerzeit: Der Seefahrer Daland: ein frühkapitalistischer Unternehmer; seine Mannschaft: Büroangestellte, die von der Sturm-katastrophe via Fernschreiber erfahren. Homoki und sein Bühnenbildner Wolfgang Gussmann, der zusammen mit Susana Mendoza auch die Kostüme besorgt hat, haben in die Mitte ihres Kontors einen ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Heinz W. Koch
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Gesungen...
