Donna di forza
Die Stimme ist dunkler und voller geworden, hat sich vom lyrischen Sopran zum lirico spinto mit substanzreichen Tönen in der tiefen Lage entwickelt, die gerade für die
Partie der Lady Macbeth unerlässlich sind. In der ersten Szene der Lady erweist sich Anna Netrebko als veritable donna di forza. Für das Lesen des Briefes («Nel dì della vittoria io le incontrai») findet sie einen überzeugenden Ton, eine angemessene Gestik.
Es gelingt ihr, die Wirkung deutlich, ja sichtbar zu machen, welche die Nachricht vom Sieg des Macbeth auslöst, bevor sie einen imaginären Dialog mit ihrem zaudernden Mann führt. In der Cavatina mit ihren großen Sprüngen und zerrissenen Rhythmen erfüllt sie Verdis Forderung nach einem grandioso-Vortrag. Die Triller kann sie immerhin andeuten, die Sechzehntel-Verzierungen formt sie geschmeidig, die Akzente energisch aus. Die Übergangspassage mit dem Auftritt des Dieners ist (leider) ausgelassen. Voller Dynamik das maestoso der die Minister der Hölle herbeirufenden Cabaletta, deren virtuose Anforderungen sie feuerflüssig bewältigt. Sehr schön die pianissimo-Takte (sotto voce) ab «tu, notte» vor der con slancio einsetzenden Quartole. Nur: Warum haben Netrebko und ihr ...
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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: CD des Monats, Seite 47
von Jürgen Kesting
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«Lulu» ausstaffiert oder amputiert? In der komplettierten, der Dreiakt-Version – oder als Fragment? Wollte Alban Berg diese Oper womöglich nicht vollenden? Hatte er etwa eingesehen, dass schon Wedekinds Doppeltragödie nach Doktor Schöns Tod problematisch war? Im Jahr 1962, als die nun auf DVD vorliegende legendäre Produktion unter Karl Böhm anlässlich der Wiener...
Herr Sabadus, wo ist der erste Teil Ihres ursprünglichen Namens Barna-Sabadus geblieben?
Weg ist er. Das Label hat es so gewollt. Die Agentur auch. Barna – so heißt mein Vater, der unter diesem Namen adoptiert worden war. Ich denke: besser der Name kastriert als die Stimme.
Keine Sorge, Ihre Stimme klingt ganz und gar nicht kastriert. Obwohl es heute immer mehr...
