The same procedure as every year
Hindemiths später Einakter «Das lange Weihnachtsmahl» nach Thornton Wilder, 1961 in Mannheim uraufgeführt, fristet ein Mauerblümchendasein. Aufführungen gibt es, wenn überhaupt, nur an der Peripherie – wie nun im Rahmen des Sommerfestivals Jardins musicaux in Cernier. Das Dorf liegt fünfzehn Autominuten hinter Neuchâtel in einer Senke zwischen zwei Jurafalten der französischen Schweiz. Hier gibt es die regionaltypische Mischung von Landwirtschaft, Handwerk und kleinen Zulieferfirmen für die Uhrenindustrie.
Auf dem Areal einer kantonalen Landwirtschaftsschule steht die Grange aux Concerts, eine mächtige, zum Veranstaltungsort umgebaute Scheune, deren Holzkonstruktion mit ihrem massivem Gebälk eine erstklassige Akustik aufweist. Ein kulturelles Kraftzentrum mit Blick über die Wiesen und dem Geruch nach Pferdestall.
Die zweiwöchigen Jardins musicaux mit ihrem Mischprogramm von Pergolesi über Ethno bis Birtwistle locken ein sommerlich entspanntes Publikum aus nah und fern an; ein ausgewiesener Kenner der Moderne, Philippe Albèra, gibt Einführungen zu Werken von Boulez, Kurtág und Cage. Motor und künstlerischer Leiter des mit privaten und öffentlichen Geldern mischfinanzierten Festivals ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Max Nyffeler
Nach einem Album mit romantischen Arien, darunter selten zu hörende Preziosen von Franz Schubert und Otto Nicolai, legt Christian Gerhaher nun ein weiteres vor, das ausschließlich Mozart gewidmet ist und Bassarien aus den drei Da-Ponte-Opern sowie aus der «Zauberflöte» enthält. Das erscheint auf den ersten Blick wenig spektakulär – und ist es in vielerlei Hinsicht...
Herr Akzeybek, war Singen für Sie schon immer ein Herzenswunsch?
Das hat sich so ergeben. Ich bin als Jugendlicher in Izmir öfter bei Familienfeiern aufgetreten. Irgendwann meinten Freunde, ich solle meine Stimme ausbilden lassen. So habe ich mich um einen Platz am städtischen Konservatorium beworben – und wurde angenommen.
Und da stand fest: Ich will Opernsänger...
Félicien David ist in die Geschichte eingegangen als Anhänger der sozialrevolutionären Bewegung um den Grafen Saint-Simon und als Komponist der Ode «Le Désert» («Die Wüste»), in der 1844 ein «authentischer», in Ägypten aufgezeichneter Muezzin-Ruf erklingt. Inzwischen wird er auch als Opernkomponist wiederentdeckt. Vor anderthalb Jahren veröffentlichte Naxos seine...
