Kurt Moll hört auf
Er war nicht nur der größte unter allen lebenden Bassisten, sondern zweifellos ein Jahrhundertsänger: Kurt Moll. Jetzt verabschiedete er sich als Nachtwächter in den «Meistersingern» von der Bühne: jener Partie, mit der er 1968 in Bayreuth debütiert und mit der seine internationale Karriere begonnen hatte. Dirigent war damals nämlich Karl Böhm, der sich sofort für den jungen Sänger einsetzte. Siebenundvierzig Jahre hat Kurt Moll auf der Bühne gestanden seit den Anfängen in Köln und Aachen.
Seine letzte Vorstellung fand im Münchner Nationaltheater statt, und die Sache mit dem Nachtwächter war eine Idee von Sir Peter Jonas. Natürlich tobte das Haus.
Die Entscheidung zum Bühnenabschied sei lange in seinem Kopf gewesen, sagte Kurt Moll im «Opernwelt»-Gespräch. Er habe sie dann aber doch kurzfristig getroffen: «Der Körper hat sich in den letzten Jahren immer wieder gemeldet, und solche Zeichen sollte man respektieren.» Liederabende will er noch geben in Zukunft und auch unterrichten. Ansonsten freut er sich auf «einen neuen Lebensabschnitt, getragen von vielen guten Erinnerungen». Wir wünschen Gesundheit und Lebensfreude und bedanken uns für zahllose große Abende.
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