O Mare Mio
Kapitän ist auch nicht einfach. Hoch auf der Brücke stehen, das große Rad drehen und den Blick über die Weiten des Meeres schweifen lassen? Das war gestern. Olaf Hartmann hat viel mehr zu tun als die «Europa» auf Kurs zu halten; meist läuft das 1999 in Helsinki vom Stapel gelaufene Fünf-Sterne-Plus-Kreuzfahrtschiff ohnehin auf Autopilot. Der Kapitän ist überall zu sehen. In der Theater-Lounge muss er Seemannslieder singen (und macht das mit seinem gütigen Bariton gar nicht schlecht). Zum «Bayerischen Frühschoppen» auf dem Achterdeck das Bierfass anstechen.
Beim Cocktailempfang für die Neuen zirka 300 Hände schütteln und für Erinnerungsfotos posieren (die später zum Verkauf angeboten werden). Beim Sieben-Gänge-Diner mit Auserwählten Smalltalk machen. In stoischer Ruhe die immer gleichen Fragen ahnungsloser Landratten beantworten (wo ist noch mal Backbord?). Doch bei alledem lächelt Olaf Hartmann dieses nie verspannte, nie verrutschende, kleidsame Lächeln, das so gut zu seiner tadellos sitzenden Uniform passt wie das arrivierte Modelpaar in die Werbefotos, die den Hochglanzprospekt der «MS Europa» schmücken. Man meint dieses Lächeln sogar zu hören, wenn er in den täglichen Durchsagen ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Reportage, Seite 52
von Albrecht Thiemann
Nimmt man Charles Gounod beim Wort, war für die französischen Sänger die Klarheit der Aussprache wichtiger als die Qualität des Tons. «Die Aussprache muss klar, sauber, distinkt und exakt sein. Das bedeutet, dass sie dem Ohr in keinem Augenblick irgendeine Ungewissheit betreffs des ausgesprochenen Wortes bereitet. Sie muss ausdrucksvoll sein, und das meint, dass...
ARD-ALPHA
3.1. – 11.00 Uhr
Die Tonangeber.
Beobachtungen beim 64. Internationalen ARD-Musikwettbewerb.
6.1. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Dvorák: Aus der Neuen Welt. Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.
6.1. – 20.15 Uhr
Händel: Messiah.
B'Rock – Belgian Baroque Orchestra Ghent, Chor des Bayerischen Rundfunks, Peter Dijkstra. Solisten: Julia Doyle, Lawrence...
Ich bin nicht stolz», sagt Michail Jurowski am Ende seiner «Erinnerungen», die der Henschel Verlag anlässlich seines 70. Geburtstags am 25. Dezember herausgebracht hat. «Ich bin glücklich.» Dabei hat er es wahrlich nicht leicht gehabt in seinem Künstlerleben. Am eindrücklichsten bleiben jene Passagen in Erinnerung, in denen es um den Antisemitismus in der...
