Abgeschminkt

Kaiserslautern, Krenek: Jonny spielt auf

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Ernst Kreneks «Jonny spielt auf» ist eine Art Legende der Operngeschichte. Weniger wegen des sensationellen Erfolgs, den das Werk nach der Uraufführung 1927 hatte, als aufgrund des Umstands, dass die Titelfigur, der schwarze Jazzmusiker Jonny, den Nazis als Signet für ihren Vernichtungsfeldzug gegen «entartete Musik» diente. Seither ist die Oper in aller Munde, aber kaum jemand hat sie zu Gesicht bekommen – wie die meisten Legenden. Ganze vier Produktionen stehen in den letzten zehn Jahren zu Buche.


Das Pfalztheater Kaiserslautern bietet nun Gelegenheit zum Wiedersehen mit einem effektvollen Opernspektakel, das ahnen lässt, warum «Jonny» kurz nach der Uraufführung an siebzig Häusern gespielt wurde. Krenek hat den Zeitgeist der zwanziger Jahre eingefangen, flott, kurzlebig und im Patchwork-Muster. Er kreuzt dick aufgetragene, leicht ironisierte deutsche ­Romantik mit Bigband-Revueklängen und – besonders im zweiten Teil – kleinen, einfühlsamen musikalischen Stimmungsbildern. Das Orchester unter GMD Uwe Sandner entstellt das Pathos zur Kenntlichkeit, swingt schmissig und sorgt für kraftvolle Spannungsbögen, vor allem, wenn es auf den kuriosesten aller Operntode zugeht: Einer der ...

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Opernwelt April 2008
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Dieter Lintz

Vergriffen
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