Zwischen Kaverne und Schnürboden
Das ehemalige Schloss der Fürsten Schwarzenberg in Ceský Krumlov besitzt mit dem barocken Schlosstheater, dem einzigen mitsamt der Bühnenmaschinerie vollständig erhaltenen Barocktheater neben dem im schwedischen Drottningholm, eine Perle der europäischen Theaterarchitektur. Obwohl dort so gut wie keine Opernaufführungen stattfinden, durfte man gespannt sein auf den im Herbst 2013 an sieben Tagen gedrehten Film von Glucks «Orfeo ed Euridice» in der Wiener Erstfassung von 1762 (siehe OW 3/2014).
Bejun Mehta, der auch als künstlerischer Berater fungierte, wird in der Partie des mythischen Sängers seinem Ruf stimmlich in jeder Hinsicht gerecht. Mit bruchlos verblendetem Lagenwechsel, fein lasiertem Timbre und einer perfekten Tongebung überzeugt er sowohl in den introvertierten wie in den dramatisch bewegten Passagen der Rolle. In der Arie «Che puro ciel» entfaltet er einen geradezu berückenden Zauber, während er im erregten Duett mit Eurydike und der sich anschließenden Klage «Che farò senza Euridice» mit kraftvoller Stimme agiert. Exzellent auch Eva Liebau als engagiert spielende und singende Eurydike. Das tschechische Collegium 1704 unter seinem Leiter Václav Luks – mit Perücken, ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Uwe Schweikert
Salzburg und Bayreuth
Harry Kupfer inszeniert für die Salzburger Festspiele einen neuen «Rosenkavalier» – mit Krassimira Stoyanova, Mojca Erdmann und Sophie Koch (siehe Seite 79) in den weiblichen Hauptrollen. Natürlich sind wir auch dabei, wenn Marc-André Dalbavie in der Felsenreitschule seine neue Oper «Charlotte Salomon» aus der Taufe hebt und Sven-Eric Bechtolf...
Am 22. Juli 1914, einem Mittwoch, wurden die Bayreuther Festspiele mit dem «Fliegenden Holländer» eröffnet. Inszenierung und Bühnenbild stammten von Siegfried Wagner, der auch dirigierte. Für die Festspiele waren noch der «Ring des Nibelungen» unter dem Dirigat von Michael Balling und der «Parsifal» unter Karl Muck geplant. Vorgesehen waren insgesamt 20...
Am 4. Juli sollte das Festival in Avignon eröffnet werden. Mit Heinrich von Kleists «Prinz von Homburg» und Alain Platels «Coup fatal». Intendant Olivier Py musste die Premieren absagen – wegen eines Streiks. Der «Printemps des Comédiens» in Montpellier? Drei Vorstellungen, der Rest gestrichen. Das Festival d’Aix-en-Provence? Massiv gestört (siehe Seite 4). Und...
