Oksana Sekerina (Tatjana); Foto: Werner Kmetitsch

Von innen aufgespannt

Tschaikowsky: Eugen Onegin
Graz | Oper

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Karl Kraus spitzte seine Feder gerne gegen Gleichberechtigung: «Emanzipierte Frauen gleichen Fischen, die ans Land gekommen sind, um der Angelrute zu entgehen», vermerkte er. Bei den Grazer Bühnen käme er mit diesem Aphorismus kaum an, denn diese führen seit Jahren den Beweis, dass das weibliche Geschlecht auch in früheren Männerdomänen keineswegs den Erstickungstod erleidet. Oper und Schauspielhaus sind fest in Frauenhand – als Intendantin der Ersteren machte zunächst die Wienerin Elisabeth Sobotka Furore; vor zweieinhalb Jahren übernahm die Bernerin Nora Schmid.

Nun ist auch die Bastion des Obersten im Graben gefallen – im Herbst folgte Oksana Lyniv aus der Ukraine, vormals Assistentin Kirill Petrenkos in München, dem nach Bonn gewechselten Dirk Kaftan als Chefdirigentin.

Beim Schlussapplaus erscheint eine kleine, zarte Frau – dem neben ihr stehenden Sänger des Onegin reicht sie gerade mal bis zur Brust. Doch nichts wäre falscher als das Diminutiv «Persönchen». Denn Oksana Lyniv entwickelt am Pult eine faszinierende Energie, ohne je zu laut oder gar derb zu werden. Sie spannt die Musik quasi von innen her bis zum Möglichsten, ohne dass je der Faden reißt. Sorgsam graviert sie ...

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Opernwelt Februar 2018
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Gerhard Persché

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Mit einer Doppel-CD erinnert das Label Musique en Wallonie an den 1868 in Liège geborenen Bassisten Pierre d’Assy. Nach Stationen in Lyon, Den Haag und Brüssel (1898-1907) wurde er für zwei Jahre an die Pariser Opéra verpflichtet, wo er sich allerdings hauptsächlich mit Nebenrollen zufriedengeben musste. 1909 wechselte er nach Lyon und starb dort im März 1910 an...

Impressum Februar 2018

59. Jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von
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Best.-Nr.     752308

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Ich bin eine Vase

Herr Larsen, als ich Sie das erste Mal gesehen habe, waren Sie nackt ...
Das ist nicht weiter verwunderlich, denn seit 2004 singe ich als Osmin in Calixto Bieitos Inszenierung der «Entführung aus dem Serail» meine erste Arie unter der Dusche. Und dabei bin ich logischerweise nicht angezogen.

Zweifellos ist die Produktion auch dieses Auftritts wegen Kult geworden....