Höllenarbeit
In einer theaterinternen Typologie werden Repertoireopern gern Etiketten aufgeklebt: «Fidelio» und «Freischütz» sind heute immer heikle «Interpretationsfälle», der «Ring» ein Prüfstein, die «Soldaten» eine Herausforderung, die «Lustige Witwe» etwas für die Kasse - und «Hänsel und Gretel» etwas für die ganze Familie.
Zur letzten Kategorie gezählt wird häufig auch Janáčeks «Schlaues Füchslein», weshalb sich mancher Theaterchef wundert, dass nicht selten nach der offiziell anberaumten Orchesterprobenzahl noch Chaos herrscht – man hatte offenbar mit einer leichtbeschwingten Partitur im Gusto von «Peterchens Mondfahrt» gerechnet. In Wirklichkeit gehört das «Füchslein» zu allen erwähnten Typen-Kategorien, betrüblicher Weise aber nicht zu den Kassenschlagern. Eine vorösterliche Aufführung der anspruchsvollen (pausenlosen) Hagener Arbeit zeigte 40 Prozent Platzausnutzung.
An diesem Haus war man sich bewusst, was Einstudierung und Präsentation des Werks bedeuteten. Intendant Francis Hüsers, als Produktionsdramaturg beteiligt, sprach in der Einführung am Abend von einer «Höllenarbeit», die vor allem die musikalische Vorbereitung erzwinge. In der Tat traf das Orchester unter der Leitung von ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Magazin, Seite 83
von Hans-Klaus Jungheinrich
Wolfgang Borchert, der Literat der Stunde, formulierte es so: «Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe. Unsere Tiefe ist der Abgrund.» Borchert war 1921 geboren und traf unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg den Nerv der Zeit; «Trümmerliteratur» hat man das später genannt. «Draußen vor der Tür» heißt sein einziges Schauspiel, und es umreißt ein...
Noch einmal bauscht der Vorhang zur Seite, und da stehen sie, jubelumbrandet, im Rosenregen: Gwyneth Jones, die erste Feldmarschallin, Brigitte Fassbaender, ihr Octavian, «Otti» Schenk, Jürgen Rose – eine Verbeugung vor dem Strauss-Dreamteam der 1970er-Jahre, eine Huldigung, bevor dieser «Rosenkavalier», Inszenierungsikone, lange von Carlos Kleiber dirigiert und an...
Schauplatz der Irritationen: die Oper Köln. Wieder einmal. Zwei Tage vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe schlagzeilte der «Kölner Stadt-Anzeiger»: «Ende der Harmonie – Zerwürfnis zwischen Intendantin Birgit Meyer und Generalmusikdirektor François-Xavier Roth». Roth habe, berichtet das Blatt, im Zuge der Verhandlungen um eine Verlängerung seines im Sommer 2020...
