Après-Ski versus Abrissbirne

Stuttgart, Tschaikowsky, Eugen Onegin

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Waltraud Lehner ist in ihrer Stuttgarter Neuinszenierung mit Tschaikowskys «Eugen Onegin» Ski gefahren, und das ging weder für das Stück noch für die Aufführung gut aus. Lehner, die für den ursprünglich als Regisseur vorgesehenen Peter Konwitschny einsprang, liest Tschaikowskys musikalische Auseinandersetzung mit Alexander Puschkins Versroman vom blasierten Dandy Onegin und der ihn schwärmerisch anhimmelnden Tatjana als Sozialisationsgeschichte zweier junger Menschen im postkommunistischen Russland. Kazuko Watanabe hat ihr dafür einen abstrakten Einheitsraum auf die Bühne gestellt.

Im ersten Akt wehrt sich eine von der Entmietung bedrohte Hausgemeinschaft – bei Puschkin und Tschaikowsky sind es die Bauern des Larin’schen Gutes – gegen den Abriss ihres Altbaus. Im zweiten Akt hat der Plattenbau auf der großen Plakatwand einem luxuriösen Neubau Platz gemacht. Der dritte Akt schließlich – im Original ein Petersburger Ball bzw. ein Empfangssaal im Palais des Fürsten Gremin – spielt in einem Wintersportort, und die am Zenit ihres gesellschaftlichen Aufstiegs angekommene Tatjana präsentiert sich als elegante Abfahrtsläuferin.
Après-Ski versus Abrissbirne – Absurderes als diese ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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