Krieg in Wolkenkuckucksheim
Die Wiederentdeckung des Opernschaffens von Walter Braunfels hat mit der begeisternden Inszenierung seines Hauptwerks «Die Vögel» in Osnabrück gegenüber den vorausgegangenen Stationen seit der posthumen Uraufführung seiner «Jeanne d’Arc» in Berlin (siehe OW 8/2008) einen neuen Höhepunkt erreicht.
Die Regisseurin Yona Kim und der junge Osnabrücker GMD Andreas Hotz haben das «lyrisch-phantastische Spiel» – so der Untertitel – in seltener Eintracht zwischen Szene und Musik schlüssig geerdet, ohne der 1920 uraufgeführten Oper etwas von ihrer spielerischen Ironie wie illusionistischen Verzauberung zu nehmen. Kim benötigt kein vorgefertigtes Konzept, das sie der Musik überstülpt. Sie hört vielmehr genau in das Stück hinein, entdeckt versteckte Untertöne und Abgründe, ja zeitkritische Anspielungen, sodass sich die Konkretisierung der bei Braunfels zeit- und ortlosen Handlung wie von selbst ergibt. Von Anfang an schärft sie dabei den auch musikalisch manifesten Gegensatz zwischen dem nüchternen Tatmenschen Ratefreund und dem poetischen Träumer Hoffegut – die Namen hat Braunfels seiner literarischen Vorlage, Aristophanes’ beißender Komödie entnommen. Die beiden enttäuschten Großstädter ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Uwe Schweikert
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Es stimmt schon, dass man als Mezzo ein bisschen lockerer bleiben kann. Bloß als Octavian, der die ganze Zeit auf der Bühne steht, nützt einem das auch nicht viel. Ich gebe gern zu, dass ich manchmal ein bisschen neidisch auf die Soprane bin – und auf die...
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Um ein Haar wäre der Traum geplatzt. Schon lange wollte Hartmut Haenchen sein Strauss-Portfolio um die 1938 in seiner Geburtsstadt Dresden uraufgeführte «Daphne» bereichern. Frédéric Chambert, Intendant des Théâtre du Capitole in Toulouse, hat ihm den Wunsch erfüllt. Eine mutige Entscheidung, zählt doch das Spätwerk des bajuwarischen Maskenkünstlers, zumal in der...
