Editorial Dezember
Das nennt man eine konzertierte Aktion, gerade weil sie nicht nur konzertant ablief. Leonardo Vincis «Artaserse» von 1730 ist eine jener römischen Opern, in denen Frauen nicht auftreten durften. Vorgesehen waren vielmehr fünf Kastraten und ein Tenor. Der Counter Max Emanuel Cencic hat das Stück nicht nur wiederentdeckt, sondern ihm auch (gesteuert vom eigenen Produzenten) heftigen multimedialen Auftrieb beschert. Es gibt eine Gesamtaufnahme mit fünf Countern, davon vier Stars (wir berichten darüber im Medienteil ab Seite 28).
In Nancy kam das Stück erstmals seit fast drei Jahrhunderten wieder auf die Bühne: mit derselben Counter-Staffel (siehe Panorama Seite 49). Danach folgte eine Konzerttournee (Termine in Köln am 17., 19. und 27. Dezember 2012). Anlass genug, Philippe Jaroussky zu befragen: Der 34-Jährige singt den Artaserse und ist gegenwärtig der erfolgreichste Counter der Welt.
Kai Luehrs-Kaiser hat dieses Gespräch geführt und wollte als Erstes wissen, ob Jaroussky sich vor so viel Konkurrenz an einem Abend fürchtet. «Furchtbar! Und die Titelrolle, die ich singe, ist noch nicht einmal die Hauptrolle», sagt Jaroussky. «Wie soll ich da bestehen? Ich weiß es selbst nicht. ...
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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann
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