Editorial Juni 2019
Im Herbst vergangenen Jahres veröffentlichte die amerikanische Musikjournalistin Heidi Waleson ein bemerkenswertes Buch über den Niedergang der New York City Opera. Schon der Titel springt ins Auge: «Mad Scenes and Exit Arias» (Henry Holt, New York 2018; 290 Seiten, ca. 28 Euro). Er trifft ziemlich genau den Tenor der tragischen, aber leider auch bezeichnenden Realgeschichte einer Company, die 1943 auf Initiative eines progressiv-kulturaffinen Bürgermeisters (Fiorello La Guardia) gegründet wurde, um Musiktheater für alle anzubieten.
In der seit 1883 aktiven (heute gleichfalls kriselnden) Metropolitan Opera konnten sich damals Normalsterbliche kein Ticket leisten. Sie war den happy few vorbehalten, die den American Dream vom wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg für sich zu nutzen wussten. Eine Volksoper, die mit dem Ziel antrat, junge amerikanische Künstler zu rekrutieren, neben Bestsellern auch Barock- und zeitgenössische Stücke zu programmieren, die Eintrittspreise niedrig zu halten und so der Met die Stirn zu bieten, besaß also durchaus Charme. Einen Appeal, der nicht wenige private Geldgeber überzeugte, das ehrgeizige Unternehmen mit beträchtlichen Summen zu unterstützen.
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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann
Fanny Ardant
Ihr Spiel umwehte stets ein leiser Hauch von Exzentrik. Noch in ihren letzten Filmen zeigte die französische Diva, über welche darstellerischen Farben sie verfügt. Nun wagt sie sich, gerade 70 Jahre jung geworden, an die Oper und inszeniert in Athen Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk». Wir fahren hin
Cecilia Bartoli
Die Rolle passt...
JUBILARE
Neil Shicoff wurde in New York geboren und studierte an der Juilliard School of Music. Sein Debüt gab der Tenor 1975 in Cincinnati in der Titelrolle von Verdis «Ernani» unter dem Dirigat von James Levine. Ein Jahr später stand er erstmals auf der Bühne der Metropolitan Opera. Engagements an der Mailänder Scala, Londons Royal Opera House, dem Gran Teatre...
Das gibt es nicht einmal in der Hauptstadt: Die Berliner Philharmoniker an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit drei Weltklasse-Dirigenten und drei verschiedenen Programmen. Insofern erst mal: Chapeau! Baden-Baden veranstaltete 2019 Osterfestpiele, die über den drögen Repräsentationszirkus, der gleichzeitig in Salzburg stattfand, weit hinausreichten. Dass die...
