Sauerbraten mit Trüffeln

Drei neue Rossini-Aufnahmen können gesanglich nur mittleren Ansprüchen genügen

Opernwelt - Logo

Rossini gehörte nicht zu den Künstlern, die sich rasch entmutigen lassen. Was er selbst für gut hielt, behielt er auch im Falle eines Misserfolges bei. Sei es, dass er bereits geschriebene Musik einer seiner nächsten Opern einverleibte oder dass er gleich die gesamte Oper in neuer Version anderswo herausbrachte.

Nachdem sein «Maometto II», der nach dem Urteil der Rossini-Forschung eine Erneuerung der Opera seria darstellt, vor den Ohren des neapolitanischen Uraufführungspublikums (1820) keine Gnade gefunden hatte, schrieb er das Stück für Paris grundlegend um («Le Siège de Corinthe»). Diese Fassung hatte mehr Erfolg und fand schließlich als «L’assedio di Corinto» auch Eingang ins italienische Repertoire. Zwischenzeitlich hatte Rossini aber für das Publikum des Teatro La Fenice in Venedig (1822) eine Spezial-Ver­sion des Stü­ckes hergestellt, die nach dem Geschmack des dortigen Publikums eine ausladende Ouvertüre und das obligatorische «Lieto fine» enthielt: Anna, die Tochter des venezianischen Statthalters ersticht sich nicht mehr am Grab ihrer Mutter, sondern wird mit dem Feldherrn Calbo vermählt, nachdem der brutale Maometto besiegt ist.
Diese Fassung, 2002 in Bad Wildbad wieder ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2005
Rubrik: Platten, Seite 55
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
«Fremd bin ich eingezogen»

s ist kalt in Frankfurt. Knappe zehn Minuten nur dauert der Weg vom Hauptbahnhof bis zum Schauspielhaus: weißlicher Atemhauch aus Trinkerkehlen, blinkende Sex-Shop-Leuchtschriften, misstrauisch dreinblickende Passanten und gierige Krähen, die sich um halbverzehrte Döner balgen. Gefrorene Herzen, einsames Elend der Heruntergekommenen. Und vorbeieilende Banker dazu,...

Indien, virtuell

Mit seinem ersten Operndirigat im auferstandenen «Teatro La Fenice» huldigte Venedigs Musikchef Marcello Viotti seiner besonderen Leidenschaft: der Pariser «Grand Opéra». Massenets Fünfakter «Le Roi de Lahore», ein seit langem wenig gespielter Klassiker der Gattung, erlebte unter Viotti, der zugleich auch eine kritische Edition der Partitur besorgte, eine...

Ein Mord, den keiner versteht

Was noch nie sich traf, danach trachtet ihr Sinn: Anna Viebrock, bekannt als Ausstatterin Christoph Marthalers und Jossi Wielers, führt inzwischen selbst Regie und bringt Ungewöhnliches auf die Bühne. Wie Frank Castorf des herkömmlichen Repertoires überdrüssig, vertheaterte sie erst Robert Walsers Roman «Geschwis­ter Tanner», um nun mit einem Musik­theaterprojekt,...