Starke Teams oder: Was bleibt von 2012/13?
Eine aufregende und in sich vielfältige Spielzeit war das. Was sie von anderen unterscheidet ist, dass sich die Kritikervoten unserer Umfrage bei einigen zentralen Aufführungen verdichten. Es sind Aufführungen, die über sich hinausweisen und in verschiedenen Rubriken genannt werden. Mit anderen Worten: Wo in der Oper und für die Oper Kräfte gebündelt werden, entsteht Besonderes. Das klingt banal, ist im Opernalltag aber eher selten. In der Regel stehen doch herausragende Sängerinnen und Sänger in eher belanglosen Inszenierungen herum.
Oder herausragenden szenischen Deutungen fehlt die musikalische Beglaubigung. Oft schwankt die Qualität auch innerhalb der Besetzung. Oder es klaffen Niveauunterschiede zwischen Regie und Ausstattung. Uraufführungen, die als Stücke spannend sind, müssen nicht gut besetzt sein. Und umgekehrt. Dasselbe gilt für Wiederentdeckungen. In der Saison 2012/2013, wie sie sich in dieser Umfrage abbildet, sind solche Fälle relativ selten gewesen. Stärker rückt die gemeinsame Anstrengung in den Vordergrund. Dazu gehört kluge, langfristige Planung ebenso wie eine Aufführungsästhetik, die nicht diktiert wird, sondern sich aus verschiedenen Quellen speist. Dass es ...
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Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 96
von
30 Jahre hat Giacomo Meyerbeer um seine letzte Oper gerungen. Genau zur Halbzeit schrieb er seinem Librettisten Eugène Scribe ein fast völlig neues Stück vor. Da das Publikum aber schon Jahre auf die angekündigte «Afrikanerin» gewartet hatte, wagte man nicht zu gestehen, dass aus ihr inzwischen eine Inderin geworden war. Chemnitz hat die historisch-kritische...
Als ich Kind war, hatte ich ein Buch mit griechischen Sagen, das mir äußerst wichtig war. Ich verbrachte Stunden damit, in meinem Kopf Opern zu den Geschichten zu improvisieren. In der Schule war meine erste Erfahrung mit meiner eigenen Musik, als ich die Partituren dirigierte, die ich zu Schauspielen geschrieben hatte, einige zu Shakespeare, andere zu originalen...
Wichtige Sängerinnen und Sänger der Saison
Christian Gerhaher spricht singend und singt sprechend. Auf der Bühne nimmt er sich selbst gern zurück, scheint sich vollkommen mit Text und Tönen zu identifizieren. Vielleicht ist das der Grund, warum er so überzeugend erzählen, so natürlich bleiben kann. Natürlichkeit war eine Forderung Debussys an den Vortrag – und...
