Die beste aller Welten
Moment mal, irgendwie kommt uns das ziemlich bekannt vor. Nicht die ominöse Geschichte mit der von trinkfesten Mönchen besiegelten Doppelhochzeit am Ende, die im deutschsprachigen Raum unter dem irreführenden Titel «Die Verlobung im Kloster» beworben wird. Nicht diese auf vier Akte gestreckte Buffa, die Sergei Prokofjew 1940, vier Jahre nach seiner Rückkehr in Stalins blutig gesäubertes rotes Reich, auf eine Komödie des irischen Dramatikers und Impresarios Richard Brinsley Sheridan schrieb – eines Mozart-Zeitgenossen, der in der Westminster Abbey seine letzte Ruhe fand.
Denn Prokofjews wenige Monate vor dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion abgeschlossene Hommage an die commedia dell’arte wird heute äußerst selten in Szene gesetzt. An der Berliner Staatsoper stand sie zuletzt 1958 auf dem Spielplan. Doch was der russische Regisseur und Bühnenbildner Dmitri Tcherniakov dort nun mit dem Opus veranstaltet, hat schon die Anmutung eines Déjà-vus.
Tcherniakov liebt das Fabulieren, er denkt sich gern eigene Plots aus, die er – als Kommentar oder Meta-Erzählung – in das von Libretto und Partitur vorgegebene Geschehen einzieht. Beim Festival in Aix-en-Provence zum Beispiel ...
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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Albrecht Thiemann
Vor 30 Jahren gewann der russische Bariton Dmitri Hvorostovsky vor seinem walisischen Fachkollegen Bryn Terfel den BBC-Wettbewerb «Cardiff Singer of the World» und startete damit in seine große internationale Karriere. Noch im selben Jahr gab er in einer Rundfunkproduktion von Tschaikowskys «Pique Dame» in der Partie des Jeletzki sein Debut in Moskau.
Die auch...
Eine Donizetti-Uraufführung! Bei gut 70 Opern – kommt es da auf eine mehr oder weniger an? Ja, denn «L’Ange de Nisida» erweist sich als ein Geniestreich. Aber ist diese Partitur nicht in «La favorite» aufgegangen, die Ende 1840 an der großen Oper in Paris herauskam? So glaubte man zu wissen. Gewiss, die Grundzüge der Handlung sind identisch. Doch nur knapp die...
Ein Rest von Geheimnis muss bleiben. Fragen irren auch am dunkelhellen Ende mit dem seltsamen Sieg der Ariane über den Frauenpeiniger Blaubart weiter unbeantwortet in diesem märchenverschwommenen Raum umher. Wäre es anders, stammte die Textvorlage nicht von Maurice Maeterlinck – und die Musik nicht von Paul Dukas. Die Brille des nach psychologischer Plausibilität...
