Zerbrecht euch den Kopf!
Herr Zednik, in einem Interview haben Sie einmal gesagt, Ihre Lieblingspartie sei Tristan.
Natürlich. Oder Otello. Oder Tannhäuser. Nur leider hat mir der liebe Gott die Stimme dafür nicht gegeben.
Welche der einhundertfünfzig verschiedenen Partien, die Sie im Verlauf Ihrer Karriere gesungen haben, waren für Sie die wichtigsten?
Von der Potenz her waren es schon Loge, dann Mime, Herodes, Pedrillo, der Hauptmann im «Wozzeck», vielleicht auch die Hexe in «Hänsel und Gretel», also diese klassischen Charakter- oder auch Buffo-Partien, soweit man sie «Buffo» nennen kann. Das waren zugleich jene, die mich am meisten gefordert haben. Und zuletzt natürlich Janáceks Broucek, den ich an der Volksoper gesungen habe und den ich liebe, vor allem seines skurrilen Humors wegen.
Wobei, Ihre Interpretation dieser Figur einmal ausgenommen, die Produktion sich nicht eben durch Humor auszeichnete.
Damit lebt man. Denn für eine Mehrheit der Regisseure heute scheint Humor nicht unbedingt eine Priorität. Eher dominiert die politische und pädagogische Auslegung eines Werks, der Zeigefinger, manchmal auch der Holzhammer. Unserer Zeit fehlt ja überhaupt ziemlich oft das Schöpferische. Wer komponiert noch, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Er war nicht nur der größte unter allen lebenden Bassisten, sondern zweifellos ein Jahrhundertsänger: Kurt Moll. Jetzt verabschiedete er sich als Nachtwächter in den «Meistersingern» von der Bühne: jener Partie, mit der er 1968 in Bayreuth debütiert und mit der seine internationale Karriere begonnen hatte. Dirigent war damals nämlich Karl Böhm, der sich sofort...
«Matilde di Shabran» (1821) gehört zu den unbekannteren Rossini-Opern, die jedes Publikum in Wonnetaumel versetzen, wenn man sie besetzen kann. Da ist keine Nummer, die nicht zündet. Die Fantasie, mit der Rossini seine bekannten Schemata immer wieder neu ausleuchtet und zum «Sprechen» bringt, beschert Vergnügen. Und manchmal schießt seine Inspiration in ungeahnte...
Coline Serreau, hierzulande durch den Film «Drei Männer und ein Baby» und den Theater-Hit «Hase, Hase» bekannt geworden, ist als Multitalent das etwas tiefgründigere französische Pendant zu Doris Dörrie. Wer Serreaus Filme kennt, die immer von einer starken Musikalität getragen sind (ohne dass Musik in ihnen eine Rolle spielt), wird ihren Ausflug zur Oper kaum...
