Klassikerpflege

Opernwelt - Logo

Dass Salzburg 1982 in Levine/Ponnelles «Zauberflöte» eine «ideale» Aufführung gesehen haben will, erstaunt angesichts dieser Aufnahme. War alles andere damals so schwach, dass solch eine Klassikerpflege als überragend galt? Oder hat der «historische» Mitschnitt den Esprit nicht eingefangen? Neben der statischen Regie und den schleppenden Dialogen stört die Routine der Wiener Philharmoniker, unterstützt vom weichzeichnenden James Levine.

Aus heutiger Sicht lebt diese Produktion von Edita Gruberovas divenhafter Königin, Ileana Cotrubas‘ zarter Pamina und Horst Hiestermanns fulminantem Monostatos. Sonst gilt: Früher war nicht alles besser.

Mozart: Die Zauberflöte.
Edita Gruberova, Martti Talvela, Ileana Cotrubas, ­Peter Schreier, Christian Boesch, Horst Hiestermann, Walter Berry. Konzertvereinigung Wiener Staats­opernchor (Walter Hagen-Groll), Wiener Philharmoniker, James Levine.
TDK DVWW-CLOPMF (2 DVDs); AD: 1982 (live).

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2005
Rubrik: Im Focus, Seite 39
von Olaf Wilhelmer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wagner und mehr

Eine Mikrofonstimme hatte James King, der in diesem Jahr achtzig Jahre alt wurde, nie. Wer live erlebt hat, wie er etwa die große Szene des Kaisers in Strauss‘ «Frau ohne Schatten» aufbaute und steigern konnte – und zwar steigern im Sinne einer immer intersiver sich im Raum ausbreitenden, unforcierten Klangfülle –, der weiß, dass ein Mikrofon dergleichen nie...

Der Tod und die Sonnenblumen

Viel Euphorie beim Mittagessen. Zürichs Opernintendant Alexander Pereira sprach voller Freude und fast schon bewegt von der Übereinkunft, die er mit Franz Welser-Möst erzielt hat. Zunächst Chefdirigent, dann, als er zum Music Director des Cleveland Orchestra avancierte, nur noch «Principal Conductor», will der unterdessen Fünfundvierzigjährige österreichische...

In den Ruinen der Wünsche

Ihm ging die rein musikalische Intelligenz ab, der Widerstand gegen das musikalisch Dumme», wetterte Theodor W. Adorno einst gegen Franz Schreker. Und: «Es ist Musik der Pubertät; selber einer pubertären Seelenlage entsprungen, auf sie eingestimmt, mit allem Trotz unbelehrbarer Reife.» Das harsche Urteil verfehlte nicht seine Wirkung: Nach dem Ende des Zweiten...