Voglio Cantar
Gewagtes Bild. Gemalt hat dieses Porträt, das in der Dresdner Gemäldegalerie hängt und den Titel «Die Gambenspielerin» trägt, um 1640 Bernardo Strozzi, ein venezianischer Künstler, für den auch Monteverdi Modell stand. Es zeigt eine junge Frau mit ernst-traurigem Blick, einem Rosenzweig im Haar, die Gambe samt Bogen in der Linken, den rechten Arm lässig auf ein Möbel gelehnt, auf dem, ganz links, eine Partitur liegt.
Eine Musikerin also, so tief dekolletiert, wie es nur die Renaissance erlaubte: Über rot-orangenem, leicht gebauschtem Rock trägt die Künstlerin eine durchscheinende Bluse, die ihre linke Brust mehr ent- als verhüllt.
Barbara Strozzi, die eigentlich Barbara Valle hieß, dank des Einflusses ihres Lehrers Francesco Cavalli aber als «La virtuosissima cantatrice di Giulio Strozzi» (der ihr Vormund war) zu dem «neuen» Namen gelangte, zählt zu den schillerndsten Gestalten des 17. Jahrhunderts. Nicht nur, weil sie als eine der wenigen Frauen überhaupt studieren durfte, sondern insbesondere wegen der meisterlichen Stücke, die sie verfasste. Bereits im Alter von 25 Jahren veröffentliche diese außergewöhnliche Künstlerin ihr Opus 1 – und wurde prompt anerkanntes Mitglied der ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: CD des Monats, Seite 21
von Jürgen Otten
Und immer wieder, überraschend wie das Fingerschnippen des Hypnotiseurs, dieser Akkord in strahlendem C-Dur, pures in Musik gegossenes Weißgold: In wenigen Takten am Ende seines «Król Roger» widerruft Karol Szymanowski den «Tristan»-Schluss, der ursprünglich wohl geplant gewesen war: Nicht Vergehen in unbewusst höchster Lust, sondern Reifung durch Erkenntnis und...
Im Booklet seines neuen Recitals «Ombra mai fu» erscheint Philippe Jaroussky als bunt gefiederter Botschafter des venezianischen Karnevals. In der Tat widmet er sein neues Album der Lagunenstadt und einer ihrer ehemaligen Zelebritäten – gemeinsam mit dem Ensemble Artaserse untersucht Jaroussky den gewichtigen Beitrag Francesco Cavallis (1602-1676) zur...
Ich gestehe es freimütig: Ich liebe Schnittchen. Aber nicht diese luxuriösen Exemplare, die bei Premierenfeiern und anderen vergleichbaren repräsentativen Empfängen herumgereicht werden. Ich meine Schnittchen in Reinkultur. Da, wo ich herkomme, nennt man sie Bütterken. Am liebsten mag ich die mit Gouda. Über ein echtes Käse-Bütterken, wie ich es allmorgens auch...
