Voglio Cantar

Emőke Baráth und Il Pomo d’oro mit Werken von Barbara Strozzi und ihrer Zeitgenossen Cavalli, Cesti, Merula und Marini

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Gewagtes Bild. Gemalt hat dieses Porträt, das in der Dresdner Gemäldegalerie hängt und den Titel «Die Gambenspielerin» trägt, um 1640 Bernardo Strozzi, ein venezianischer Künstler, für den auch Monteverdi Modell stand. Es zeigt eine junge Frau mit ernst-traurigem Blick, einem Rosenzweig im Haar, die Gambe samt Bogen in der Linken, den rechten Arm lässig auf ein Möbel gelehnt, auf dem, ganz links, eine Partitur liegt.

Eine Musikerin also, so tief dekolletiert, wie es nur die Renaissance erlaubte: Über rot-orangenem, leicht gebauschtem Rock trägt die Künstlerin eine durchscheinende Bluse, die ihre linke Brust mehr ent- als verhüllt.

Barbara Strozzi, die eigentlich Barbara Valle hieß, dank des Einflusses ihres Lehrers Francesco Cavalli aber als «La virtuosissima cantatrice di Giulio Strozzi» (der ihr Vormund war) zu dem «neuen» Namen gelangte, zählt zu den schillerndsten Gestalten des 17. Jahrhunderts. Nicht nur, weil sie als eine der wenigen Frauen überhaupt studieren durfte, sondern insbesondere wegen der meisterlichen Stücke, die sie verfasste. Bereits im Alter von 25 Jahren veröffentliche diese außergewöhnliche Künstlerin ihr Opus 1 – und wurde prompt anerkanntes Mitglied der ...

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Opernwelt April 2019
Rubrik: CD des Monats, Seite 21
von Jürgen Otten

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