Großer Aufwand, schmählich vertan
Die neue Herausforderung für das Opern-Theater: Wie lassen sich neue mediale Ausdrucksmittel, Film oder Video, mit der überlieferten Werkgestalt aus Musik, Gesang, Handlung samt fixiertem Ort derselben verbinden, womöglich gar in dieselbe integrieren? An Versuchen fehlt es nicht, besonders nicht in der Moderne. Olga Neuwirth etwa experimentiert auf diesem Gebiet mit unterschiedlichen Ergebnissen.
Wenn das aber bei neuen Werken schon selten überzeugende Ergebnisse zeitigt, wie könnte es da bei einer fest geformten Vorlage gelingen?
Der Pariser Premiere von Wagners «Tristan und Isolde» in der Opéra de Bastille sah man daher mit einiger Spannung entgegen. Wenn sich ein Regisseur wie Peter Sellars, ein renommierter Video-Artist wie Bill Viola und ein aufgeschlossener Dirigent wie Esa-Pekka Salonen zusammenfinden, sollte man zukunftweisende ästhetische Vorschläge zum Thema «Verschmelzung der Ausdrucksmittel in der Oper» erwarten. Das Ergebnis des Pariser Experiments, dem bereits eine konzertante Aufführung aus Musikdrama und Video-Begleitung in Los Angeles vorausgegangen war, blieb ernüchternd. So geht es offensichtlich nicht: Von oben beherrscht eine Riesenleinwand für Violas ...
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Viel fehlte nicht, und das vermutlich merkwürdigste Relikt aus Wagners tristester Lebensphase wäre im Orkus der Musikgeschichte verschwunden: Nur ein einziges gedrucktes Exemplar seiner 1840/41 entstandenen Bearbeitung von Donizettis «La Favorite» für zwei Violinen hatte sich im Nachlass des französischen Pianisten und glühenden Wagnerianers Alfred Cortot erhalten...
Wer Stéphane Lissner begegnet, in Aix-en-Provence, in Paris, in Wien, trifft einen eher zurückhaltenden, ruhigen Menschen, der einen freundlich begrüßt. Wer sich allerdings die Liste der Positionen durchliest, die der 1953 in Paris geborene Lissner im Laufe der letzten dreißig Jahre besetzte und zu einem nicht unwesentlichen Teil noch besetzt hält, der muss...
Herr Schöne, im März sind Sie nach einer Vorstellung als Kurwenal im «Tristan» nach zweiunddreißig Jahren im Ensemble der Staatsoper Stuttgart verabschiedet worden: Hier gilt die gesetzliche Altersgrenze. Sie werden in Zukunft zwar gelegentlich in Stuttgart singen, auch wenn Albrecht Puhlmann in der Spielzeit 2006/07 seine Intendanz antritt – aber als Gast. Hat der...
