Schau nach in Hollywood
Schlag nach bei Shakespeare: Der Barde aus Stratford-upon-Avon hat posthum ganze Filmgattungen durchgefüttert, etwa jene der Screwball Comedy, die ihren Höhepunkt im Hollywood der 1930er-, 1940er-Jahre erlebte: Beziehungskomödien, welche den Krieg der Geschlechter auf witzige und charmante Art thematisieren. Folien dafür waren «The Taming of the Shrew», «A Midsummer Night’s Dream» sowie der Nebenstrang in «Much Ado about Nothing» um den vermeintlichen Frauenverächter Benedict und die vorgebliche Männerfeindin Beatrice.
Gerade sie pickte sich schon Hector Berlioz für seine 1862 in Baden-Baden uraufgeführte Opéra comique heraus. Kasper Holten sucht in seiner Inszenierung von «Béatrice et Bénédict» am Theater an der Wien nun diese Rezeptionsgeschichte herauszuarbeiten: Er siedelt das Geschehen in den 1930er-Jahren an und lässt mit einer Menge witziger Regie-Einfälle Hollywood-Assoziationen durchaus zu. Es Devlin steuert eine Drehbühne mit einer aus dem Boden wachsenden Kulisse bei, die mal als Trennwand zwischen den Geschlechtern, mal schlicht als Netz beim sportlichen Tenniswettstreit zwischen den beiden Protagonisten dient. Finn Ross nützt sie für kluge Videoprojektionen. Wir ...
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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Gerhard Persché
Unter den aktiven Countertenören unserer Zeit zählt der 1955 geborene Dominique Visse schon zu den Veteranen. Bereits Mitte der 1970er-Jahre machte er als Solist in der Alte-Musik-Szene auf sich aufmerksam, 1978 gründete er das Ensemble Clément Janequin, das sich auf Musik der Renaissance spezialisierte und immer noch existiert. Auch auf der Opernbühne konnte Visse...
Aschgraue Backsteinwände, auf dem Boden ein abgenutzter Teppich, ein paar zersessene Stühle, ein Flügel, altmodische Lampen, ein Kleiderständer. Melancholie durchweht den Raum, die Melancholie der Erinnerungen. Berlioz war hier, Rossini, Wagner, um nur einige zu nennen, damals, als der Salon von Pauline Viardot Stadtgespräch war in Paris. Jetzt sitzt die Dame des...
Früher, als man noch mit der Kutsche in die Oper fuhr, hätten begeisterte Aficionados Anna Netrebko die Pferde ausgespannt und das Gefährt selbst durch die Straßen gezogen. Mit Maria Jeritza hat man das in Wien so gehalten. Doch wäre eine Kutsche für die Netrebko schon damals überflüssiges Accessoire gewesen, denn von ihrer Wiener Wohnung am Franziskanerplatz zur...
