Auf dem Weg zum romantischen Musikdrama
Der Siegeszug Verdis über die Bühnen der italienischen Halbinsel seit Mitte der 1840er-Jahre hat nicht nur den späten Meisterwerken Donizettis, sondern auch den Opern der älteren Zeitgenossen Saverio Mercadante und Giovanni Pacini das Lebenslicht ausgeblasen. Ein gutes Beispiel dafür sind Mercadantes 1832 in Turin uraufgeführte «Normanni a Parigi». Trotz des mehr als krausen, auf einer französischen Verstragödie beruhenden Librettos von Felice Romani war dem Werk eine kontinuierliche Erfolgsserie beschieden, die dann aber 1845 schlagartig abbrach.
Das Londoner Label Opera Rara, das mit unermüdlichem Engagement zumindest diskografisch die Repertoirelücken zwischen Rossini und Verdi zu schließen versucht, hat jetzt – wie schon im Falle von Mercadantes «Maria Stuarda» und «Zaira» – Highlights aus «I Normanni a Parigi» aufgenommen, die die Qualitäten, aber auch die Schwächen dieser noch unentschieden zwischen Rossinis spätneapolitanischer Seria und dem romantischen Melodramma schwankenden Partitur offenlegt.
Wie schon in der unmittelbar vorausgegangenen «Zaira» reagierte Mercadante auch in dieser die Normanneneinfälle im 9. Jahrhundert thematisierenden Oper auf die beiden romantischen ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 19
von Uwe Schweikert
Die Republik fördert die Entwicklung der Kultur und die wissenschaftliche und technische Forschung. Sie schützt die Landschaft und das historische und künstlerische Erbe der Nation.» Den Artikel 9 der italienischen Verfassung in einem Opernhaus vorzulesen, ist nicht üblich. Daniel Barenboim tat es, «tief besorgt», bevor er den Taktstock zur neuen «Walküre» hob....
Sigrid T’Hooft ist Regisseurin, Musikwissenschaftlerin und Tänzerin. Sie gilt als Expertin für das barocke Theater. Doch ihre Aufführungen sind mehr als ein Trip in die Vergangenheit. Im Mai 2011 inszeniert sie erstmals eine Oper von Mozart: «Così fan tutte» bei den Schlossfestspielen im schwedischen Drottningholm
Frau T’Hooft, auch in der Wiederaufnahme-Saison...
Traumwelt: Welt der Verdrängung, des Subtextes, der Reise in Vorzeiten. Wie es sich anfühlt, diese Welt zu betreten, hat der Philosoph Christoph Türcke höchst anschaulich formuliert. Sich auf den Traum einlassen, schreibt er gleich zu Beginn seines faszinierend eigensinnigen Buches «Die Philosophie des Traums», «heißt in den Untergrund gehen: allen festen Halt...
