Aus eins mach zwei
Ein Orchestergraben – wie gehabt. Pulte, Stühle. Bloß keine Musiker. An deren Stelle eine Unzahl von Lautsprechern, welche die Eingebungen eines real existierenden Dirigenten scheinbar spontan umsetzen. Doch die Musik ist natürlich virtuell; von einem Pult im Zuschauerraum aus operiert die Tontechnik mit Reglern und Schiebern.
So etwas erlebte man nicht in Valencia, sondern rund zweitausend Kilometer weiter östlich in Christoph Marthalers als Musiktheater verbrämter Auslegung von Horváths «Glaube Liebe Hoffnung» bei den Wiener Festwochen.
Doch die pessimistische Vision kam uns wieder in den Kopf, als wir ein paar Tage später beim Festival del Mediterrani in Valencia sitzen, um Cherubinis «Medea» zu erleben: Die dramatische finanzielle Situation für Spaniens Hochkultur drängt sich geradezu auf.
Im Übrigen stammt Helga Schmidt, Valencias Opernchefin, aus Wien. Als Intendente y Directora artistica ist sie auch für das Festival del Mediterrani verantwortlich, das sie zusammen mit dem Dirigenten Zubin Mehta in diesem Jahr zum fünften Mal gestaltet. Beinahe trotzig plant sie für die Zukunft, obwohl sie von den versprochenen siebzehn Millionen Euro als Etat für die gesamte Spielzeit ...
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Opernwelt August 2012
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Gerhard Persché
Wer den aus Indien stammenden, in London arbeitenden und weltweit gut gebuchten Künstler Anish Kapoor für ein Bühnenbild engagiert, weiß ziemlich genau, was er bekommt: eine zwischen Stofflichkeit und Immateriellem, Architektur und Symbol changierende, mit hübschen Op-Art Effekten spielende Raumskulptur. In Pierre Audis Amsterdamer «Parsifal» – eine Koproduktion...
ARD
1.8. – 22.45 Uhr
Till Brönner.
Porträt des Trompeters von Michael Wulfes.
15.8. – 22.45 Uhr
Christian Thielemann.
Porträt des Dirigenten von Mathias Siebert.
ARTE
1.8. – 6.00 Uhr
30 Jahre Klavierfestival La Roque d’Anthéron.
English Chamber Orchestra, Orchestre de Chambre de Lausanne, Renaud Capuçon, Christian Zacharias.
2.8. – 2.10 Uhr
Mozart Superstar.
Dokumentation von...
Herr Thielemann, der Musikwissenschaftler Carl Dahlhaus hat sinngemäß einmal gesagt, ein Dirigent sei halb Feldherr, halb Zauberer. Wie sehen Sie sich selbst?
Das mit dem Zauberer gefällt mir. Ein Zauberer muss ja auch auf Menschen einwirken. Manchmal mit Tricks (lacht), vor allem aber mit Handwerk und Hintergrund. Wie man die Fäden zieht, hängt von den Mitspielern...
