Deprimierend brav
René Pape als bewegender Gurnemanz, Angela Denoke als verstörend-schizophrene Kundry und Willard White als beherrschter Klingsor – drei eindrucksvolle Sängerdarsteller in subtil gestalteten Rollenporträts glänzen am Royal Opera House von Covent Garden in Richard Wagners «Parsifal». Antonio Pappano am Pult tastet sich zunächst etwas schwerfällig durch die Partitur, erst im dritten Akt findet er zu einer erleuchteten, beherzt ausformulierten Spiritualität.
Die zeitgenössische Regie hat oft Mühe mit den epischen Dimensionen dieses Bühnenweihfestspiels, reduziert den Stoff gern auf Amfortas’ jammervolles Leiden und bekundet ihr Unbehagen gegenüber der faschistoiden Gralsritterschaft. Auch Stephen Langridge baut seine Neuinszenierung um das Krankenbett des verwundeten Königs und spart nicht an medizinischen Details. Die Ausstattung und Kostüme von Alison Chitty kommen im Sechzigerjahre-Look daher, graue Anzugträger allenthalben. Metallstühle und hoch aufragende Baumstämme flankieren die Bühne. Im Zentrum steht ein Kasten mit lichtdurchlässigen Schiebetüren, Tableaus illustrieren nicht nur Amfortas’ Qualen, sondern auch Klingsors Selbstkastration. Insgesamt ist die Inszenierung ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Tom Sutcliffe
Johann Adolf Hasses Serenata «Marc’Antonio e Cleopatra» gehört zu den Titeln, die jeder zitiert und keiner kennt. Keine Gender-, Kultur- oder Klatschgeschichte des Kastratentums lässt die Anekdote unerwähnt, dass bei der Uraufführung 1725 in Neapel Cleopatra von einem Mann, Marc Anton von einer Frau gesungen wurde. Man hatte, wie Chrysander schon Mitte des 19....
Eine marktwirtschaftliche Form von Naivität liegt «Didos Geheimnis» zugrunde. Der Mannheimer Instrumentationsprofessor Andreas N. Tarkmann, bekannt für Kadenzen und Arrangements für Sabine Meyer, Albrecht Mayer, Plácido Domingo oder Anna Netrebko, komponierte die Kammeroper 2011 im Auftrag des Mädchenchores Hannover. Entsprechend fasslich ist die in...
Der Fall Renata
Anders als die «Drei Orangen» und «Der Spieler» hat es «Der feurige Engel» nie ins Repertoire geschafft. Die Komische Oper Berlin startet einen neuen Versuch. Die Geschichte von dem Mädchen, das den Teufel in Engelsgestalt liebt, inszeniert der Schauspielregisseur Benedict Andrews.
It’s got that swing!
Sie erzählt die Story von Queenie, Inhaberin...
